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Quartalszahlen : BayernLB macht wieder Verlust

Den ungarischen Gesetzgeber im Nacken: Die Tochter MKB sorgt bei der BayernLB für Verluste Bild: dpa

Die Gewinnsträhne bei der BayernLB ist wieder zu Ende: Belastet von ihrer ungarischen Tochter MKB und einem „Robin-Hood-Gesetz“ hat die Landesbank im dritten Quartal einen Verlust eingefahren.

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          Die BayernLB ist im dritten Quartal schon wieder in die Verlustzone gerutscht. Grund war nicht allein die Staatsschuldenkrise mit abermaligen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen. Viel mehr zu schaffen macht Deutschlands zweitgrößter Landesbank die Tochtergesellschaft in Ungarn.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Wegen einer Gesetzesänderung in dem Land, die ungarischen Schuldnern seit September eine vergleichsweise günstige Rückzahlung von Fremdwährungskrediten ermöglicht, hat die BayernLB eine Rückstellung von 108 Millionen Euro gebildet. „Es ist enteignungsgleicher Eingriff, der uns viel Geld gekostet hat“, sagte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch in einer Telefonkonferenz und sprach von einem „Robin-Hood-Gesetz“.

          Keine Prognose

          Immerhin hat auch der ungarische Bankenverband Zweifel an der Vereinbarkeit des Gesetzes mit geltendem EU-Recht angemeldet und Klage eingereicht. Ob die BayernLB ihre ungarische MKB-Bank vorzeitig verkaufen oder sogar schließen wird, dazu wollte Winkelmeier keine Aussage treffen. Fest steht, dass die MKB für die Muttergesellschaft immer teurer wird. Bereits im ersten Quartal musste die Bayern LB 50 Millionen Euro für die neue Bankenabgabe in Ungarn aufbringen.

          Für den Berichtszeitraum Juli bis September weist die Bayern LB nach sechs Quartalen mit einem Gewinn nun ein negatives Ergebnis von 92 Millionen Euro aus. Nach neun Monaten kann immerhin noch ein Vorsteuergewinn von 152 Millionen Euro verbucht werden. Wegen der erhöhten Unsicherheit auf den Finanzmärkten und der Unwägbarkeiten in Ungarn verzichtet der Bayern-LB-Vorstand auf eine Prognose.

          Winkelmeier blieb nur die Erkenntnis, dass abseits der Krisen im verschuldeten Euroraum und in Ungarn das Kerngeschäft der Bayern „nachhaltig funktioniert“ habe.

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