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Bankchefin stürzt über Farage-Affäre

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Die zurückgetretene Bankchefin Alison Rose
Die zurückgetretene Bankchefin Alison RoseReuters

Die Chefin der britischen Großbank NatWest machte vor allem mit dem Thema Frauenförderung Karriere. Nun das abrupte Ende: Sie musste schwere Fehler im Umgang mit einem Brexit-Politiker zugeben.

Die Karriere von Alison Rose liegt in Trümmern – und der Eisberg, gegen den sie gestoßen ist, hat einen Namen: Nigel Farage. Zum Verhängnis wurde der Chefin der britischen Großbank NatWest ein schwerer Fehler in der Affäre um das gekündigte Konto des Brexit-Politikers. In der Nacht zum Mittwoch hat sie ihren Rücktritt verkündet. Um 1.29 Uhr verschickte die Bank die Rücktrittsmeldung. Zuvor war der Druck aus der Downing Street und dem Finanzministerium auf die 53-jährige Bankchefin immer mehr gewachsen. Auch von der Finanzauf­sichts­behörde FCA drohen Ermittlungen wegen des möglichen Bruchs der Vertraulichkeit von Kundendaten. Der Aktienkurs der NatWest fiel am Mittwoch um 3,5 Prozent, wobei auch Sorgen um faule Kredite eine Rolle spielten. Die Börsenbewertung sank um gut eine halbe Milliarde Pfund.

In der britischen Öffentlichkeit und in der Finanzszene hat die „Farage-Affäre“ seit Wochen viel Staub aufgewirbelt. Am Dienstagabend hatte sich die Krise für Rose zugespitzt. Sie musste einen „schwerwiegenden Fehler“ zugeben und eingestehen, dass sie die Quelle für einen fehlerhaften BBC-Bericht über die Kündigung des Kontos von Brexit-Vorkämpfer Farage bei der Privatbank Coutts, einer NatWest-Tochterbank, gewesen war. Dabei hatte Rose private finanzielle Angelegenheiten ei­nes Kunden ausgeplaudert und noch dazu Falsches insinuiert. Tatsächlich war Farage nicht aus finanziellen, sondern aus politischen Gründen gekündigt worden. In einem 40 Seiten langen Dossier von Coutts war er als „rassistisch“ und als „Gauner“ diffamiert worden. Minutiös notierte der Bericht Farages Brexit-Äußerungen, Freundschaften zu Donald Trump und zum Tennisspieler Novak Djokovic, aber auch auf Twitter verbreitete „transphobe“ Witze des Komikers Ricky Gervais. Sogar die längst dementierte Behauptung, der 59-Jährige habe als Jugendlicher Hitler-Lieder gesungen, tauchte darin auf. Farage bezeichnete das Dossier als „Stasi-artigen Überwachungsbericht“. Vorige Wo­che musste sich Rose schon dafür entschuldigen, das Dossier sei „zutiefst unangemessen“.

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