Myanmar : Myanmar lässt Ökonomen Turnell frei

Er beriet Myanmars Staatsrätin Aung San Suu Kyi. Dafür kam Sean Turnell in Haft. Nun ist der Ökonom wieder frei.
Der australische Ökonom Sean Turnell ist nach 21 Monaten in Haft frei. Er war sofort nach dem Putsch im Februar vergangenen Jahres von der Junta in Myanmar ins Gefängnis geworfen worden. Die ersten acht Jahre seiner Karriere hatte er bei der Notenbank Reserve Bank of Australia zugebracht. Nach mehr als zwei Jahrzehnten in Forschung und Lehre zuletzt an der Macquarie Universität in Sydney wurde der Australier 2017 Berater der Staatsrätin und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, um sie beim Aufbau des einst reichsten Landes Südostasiens zu unterstützen.
Seine Hochschule würdigte den Entwicklungsökonomen: „Seit Anfang der 2000er-Jahre arbeitet er unermüdlich an Wirtschafts- und Bankfragen, um die bestmöglichen Verfahren zur Unterstützung der Wirtschaftsreformen und des Wachstums in Myanmar vorzulegen.“ Turnells Festnahme war die erste eines Ausländers, die die Generäle wagten. Offiziell warfen sie ihm den „Verrat von Staatsgeheimnissen“ vor. Die Militärs verurteilten den Professor zu drei Jahren Haft. Sein Verfahren hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit und jeglicher Diplomaten stattgefunden. Nun profitierte der 58-Jährige, für den sich nicht nur Diplomaten, sondern auch Akademiker aus allen Weltregionen starkmachten, von einer Amnestie für rund 6000 Gefangene, die die Junta verkündete. Am Tag zuvor hatte seine Ehefrau, die promovierte Volkswirtin Ha Vu in, Sydney zu ihrem Hochzeitstag gute Nachrichten angekündigt. Entlassen werden sollen unter anderen auch die frühere britische Botschafterin Vicky Bowman und ihr Ehemann.
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