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Hauptstadt-Großprojekt : Mehdorn stellt Machtfrage im Flughafenstreit

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Flughafenchef Hartmut Mehdorn Bild: dpa

Der Ton zwischen Hartmut Mehdorn und dem Aufsichtsrat des Berliner Flughafens verschärft sich: Mehdorn fordert öffentlich den nötigen Rückhalt für seine Arbeit ein.

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          Zwischen Geschäftsführer Hartmut Mehdorn und dem Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft (BER) verschärft sich der Ton. Mehdorn fordert von den Miteigentümern Berlin, Brandenburg sowie vom Bund den nötigen Rückhalt für seine Arbeit als Sanierer des Großprojekts ein: „Ein Aufsichtsrat muss Vertrauen in seine Geschäftsführung haben. Entweder er traut seiner Geschäftsleitung, oder er sucht sich eine neue. Dazwischen gibt es nichts“, drohte er im „Tagesspiegel am Sonntag“.

          Mehdorn hatte sich bislang gegen externe Kontrolleure für den krisengeschüttelten Hauptstadtflughafen gewehrt. In einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium hatte der BER-Chef den Miteigentümern vorgeworfen, „in unserem Haus eine Inquisition der Jahre 2013 und 2014 durchzuführen. Das Ganze passt zu der von uns erlebten und beklagten Misstrauenskultur rund um den BER“, heißt es in dem Brief Mehdorns vom 5. Dezember. Darin werden auch Zweifel laut, ob der Aufsichtsrat nach seiner Sitzung an diesem Freitag einen Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen nennen will. Ohne konkrete Ansage stünde eine Eröffnung nach Ansicht Mehdorns in Frage: „Wir schaffen ansonsten nicht den Anreiz und klaren Rahmen für Bau, Planung und behördliche Abnahmen“, sagte er.

          Zuletzt hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als scheidender Aufsichtsratsvorsitzer Zweifel an Terminzusagen genährt. Das Gremium werde nur über die Länge eines „Terminbands“ sprechen, „wenn es denn überhaupt vorgeschlagen wird“, sagte er. Auf politischer Seite wächst ohnehin die Kritik. Spitzenpolitiker der Grünen forderten am Wochenende einen personellen und organisatorischen Neuanfang am Flughafen.

          Mit der Führung des Großprojektes ging zudem der Architekt Meinhard von Gerkan hart ins Gericht: „Die Entrauchungsanlage funktioniert, der Flughafen funktioniert. Es braucht nur ein Management, das den Bau entschlossen zu Ende führt und die in den Jahren gewachsenen Strukturen verlässt“, sagte er. Der Flughafen Berlin Brandenburg ist wegen Bau- und Planungsfehlern drei Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin noch immer nicht in Betrieb.

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