Panama Papers : Camerons Fiasko
Sein Krisenmanagement nach den Enthüllungen war haarsträubend, nun steht der Premierminister als Heuchler da. Das freut nicht zuletzt die Brexit-Befürworter.
Man kann die Skandalisierung beklagen, der soeben der britische Premierminister zum Opfer fällt, der (soviel man weiß) nicht gegen Recht verstoßen hat, als er vor Jahren in eine Briefkastenfirma investierte, und der auch keine Steuern hinterzogen hat. Wundern muss man sich aber über den Politiker Cameron, dessen „Krisenmanagement“ - und das seines Apparats - haarsträubend dilettantisch war und als Verschleierungsversuch empfunden wird.
Nicht wundern braucht man sich, wenn in dem gegenwärtigen, von massivem Verdruss über das „Establishment“ geprägten politischen Großklima Cameron der Vorwurf der Heuchelei entgegenschlägt; schließlich hat er Leuten, die in ähnliche Modelle investiert hatten wie er, moralisches Fehlverhalten vorgeworfen. Die Erregung über die Sache würde vermutlich rasch abebben, wäre da nicht „Brexit“:
Im Juni entscheiden die ohnehin skeptischen Wähler darüber, ob das Vereinigte Königreich auch künftig der EU angehören soll; Cameron wirbt für den Verbleib. Die Gegner werden nun behaupten, das „In“-Lager werde von einem Heuchler angeführt. Was für ein Fiasko!






