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Abes Rede in Davos : So will Japans Regierungschef die Welt verbessern

Shinzo Abe am Mittwoch in Davos Bild: AFP

Japans Premier Shinzo Abe will die Frage der Datenhoheit auf der Welt klären. In Davos fordert er außerdem eine Reform der Welthandelsorganisation – und mehr Einsatz für Klima und Umwelt.

          Der japanische Premierminister Shinzo Abe will die Entwicklung globaler Regeln für den Umgang mit Daten vorantreiben. Freier Datenfluss mit Vertrauen, heiße das Motto. „Wir müssen unsere persönlichen Daten, Daten für geistiges Eigentum und vieles mehr schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass anonyme Daten für Verkehr oder Medizin über Grenzen hinweg fließen können“, sagte Abe während des Weltwirtschaftsforums in Davos am Mittwoch. Nur freier Datenfluss stärke Innovationen und Wachstum.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Um das Projekt voranzutreiben, will er den Vorsitz seines Landes der Industrieländerorganisation G20 nutzen. Im Juni richtet Japan ein Gipfeltreffen in Osaka aus. „Dieser Gipfel soll Data-Governance in den Mittelpunkt rücken und in Erinnerung bleiben als Osaka-Track.“ Die Zeit global geltender Regeln sei günstig, sagte Abe. Nach der Erfindung des Benzins habe es zwanzig Jahre gedauert, bis Menschen verstanden hätten, welchen Wert es hat. „Das ist auch so bei den Daten“, sagte Abe. Mitte der Neunziger Jahre wurde damit begonnen, das Internet verstärkt einzusetzen. „Aber es hat noch zwanzig Jahre gedauert, bis wir verstanden haben, welchen Wert die Daten haben.“

          Zudem will Abe in Osaka zeigen, was Innovationen bewirken können im Kampf gegen den Klimawandel. „Wir brauchen disruptive Innovation“, forderte der japanische Premier mit Blick auf die globalen Klimaziele. CO2 könne die beste und erschwinglichste Ressource werden, warb er, etwa für künstliche Photosynthese und Photokatalyse. Zudem müsse Wasserstoff als Energieträger erschwinglich werden. Japan wolle die Produktionskosten von Wasserstoff bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent senken. Damit wäre es dann billiger als Erdgas. „Die besten Wissenschaftler werden wir dafür nach Japan holen.“ Abe beklagte auch die Verschmutzung der Meere. In Osaka wolle er sich dafür einsetzen, dass weniger Plastik ins Meer gespült wird.

          Schließlich warb der Japaner leidenschaftlich für eine freie Weltordnung und kündigte an, dass am 1. Februar das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan in Kraft gesetzt werde. „Ich bin stolz auf das Freihandelsabkommen“, sagte er. Die ganze Welt solle Nutzen haben von solchen Abkommen. Japan wolle sich für neues Vertrauen in das System des internationalen Handels stark machen. Dafür brauche es auch eine Reform der Welthandelsorganisation. „Die WTO muss wieder glaubwürdiger werden“, sagte Abe in Davos.

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