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Bekennerschreiben : Hacker nach Angriff auf US-Pipeline: „Unser Ziel ist es, Geld zu machen“

  • Aktualisiert am

Colonial Pipeline Lagertanks stehen in Woodbridge, N.J.. Bild: dpa

Sie wollten keine Probleme machen und seien unpolitisch, heißt es auf der „DarkSide“ der Cyber-Erpresser. American Airlines muss wegen des vom Angriff ausgelösten Kraftstoffmangels Langstreckenflüge zwischenlanden lassen.

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          Nach ihrem Angriff auf eine der wichtigsten Kraftstoff-Leitungssysteme in den Vereinigten Staaten hat sich die als „DarkSide“ bezeichnete Hacker-Gruppe auf ihrer Website zu Wort gemeldet. „Unser Ziel ist, Geld zu machen und nicht Probleme für die Gesellschaft“, teilten die Mitglieder am Montag in einem Statement mit. Sie fügten hinzu, unpolitisch zu sein und, dass Beobachter sie mit keiner bestimmten Regierung in Verbindung bringen sollten.

          In der Erklärung gab es keine Hinweise darauf, wie viel Geld die Gruppe von Colonial Pipeline verlangt. Die Hacker-Gruppe reagierte bisher nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters nach einem Kommentar zu dem Fall.

          Verdacht gegen Russland

          Die stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin für Cyber-Technologien unter US-Präsident Joe Biden, Anne Neuberger, sagte, die Geheimdienste prüften, ob die Hacker Verbindungen zur russischen Regierung hätten. Präsident Biden erklärte am Montag vor Reportern, dass es zwar „bisher“ keine Beweise gebe, dass die russische Regierung involviert sei. Allerdings gebe es Beweise darüber, dass die „DarkSide“-Gruppe von Russland aus gesteuert werde. Russland habe deswegen „eine gewisse Verantwortung“, mit dem Fall umzugehen.

          Colonial Pipeline transportiert pro Tag 2,5 Millionen Barrel an Kraftstoffen von Raffinerien an der Golf-Küste in östliche und südliche Bundesstaaten durch ihre insgesamt 8850 Kilometer langen Leitungen. Fast die Hälfte der Kraftstoff-Versorgung der amerikanischen Ostküste fließt durch diese Pipelines. Der Hacker-Angriff hatte die Pipeline am Freitag lahmgelegt. Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen zogen daraufhin an. Das Unternehmen teilte mit, dass die Leitungen im Wesentlichen bis zum Wochenende wieder funktionsfähig sein sollen.

          Störungen im Flugverkehr

          Die US-Fluggesellschaft American Airlines plant aufgrund von Treibstoffmangel nach einem Hacker-Angriff auf Colonial Pipeline zwei ihrer Langstreckenflüge zwischenlanden zu lassen. Wie das Unternehmen mitteilt, soll der Flug von Charlotte, im Bundesstaat North Carolina, nach Honolulu auf Hawaii in Dallas einen Tank-Stop einlegen. Dort werden die Passagiere das Flugzeug wechseln, bevor sie nach Honolulu weiterfliegen.

          Der Flug von Charlotte nach London soll in Boston zwischenlanden, um zusätzlichen Treibstoff zu tanken. Man werde voraussichtlich am 15. Mai zum ursprünglichen Flugplan zurückkehren.

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