Kriselnde Restaurantkette : Vapiano in Nöten

Für Vapiano bedeutet der Abgang des Chefs ein schwerer Rückschlag in ohnehin schwierigen Zeiten. Warum ist Cornelius Everke im Dezember überhaupt angetreten?
Auch das noch. Als hätte Vapiano nicht schon genug Schwierigkeiten, muss sich die Pasta-Kette nun auch noch einen neuen Chef suchen. Cornelius Everke wirft überraschend die Brocken hin. Mit einer Begründung, die Fragen aufwirft. Warum ist er im Dezember als Sanierer überhaupt angetreten, wenn er sich in erster Linie als Experte für internationale Expansion sieht?
Für die Kölner bedeutet sein Abgang einen schweren Rückschlag. Everke hat sich tief in die Misere eingearbeitet, in die das Unternehmen durch eine zu ambitionierte Expansion und zu schleppende Abläufe in den Restaurants geraten ist. Er hat eine Sanierung in die Wege geleitet, die sich aber noch im Frühstadium befindet. Für die Umsetzung inklusive des offensichtlich schwierigen Verkaufs des Amerika-Geschäfts soll nun Aufsichtsratschefin Vanessa Hall sorgen. Auf sie wartet die anspruchsvolle Aufgabe, die hochdefizitäre Kette auf Profitabilität zu trimmen und wieder mehr Kunden für das Konzept zu begeistern. Zudem muss sie am Kapitalmarkt um Geduld werben.
Vapiano hat dort viel Vertrauen verspielt: Erst die mehrfachen Prognosekorrekturen, dann die dreimalige Verschiebung der Bilanzvorlage, die schließlich einen Verlust von gut 100 Millionen Euro offenbarte. Jetzt der Abtritt Everkes nach neun Monaten. Vapiano kommt aus den Turbulenzen nicht heraus.






