https://www.faz.net/-gqe-8ax55

Klimagipfel : Deutschland will 1,5-Grad-Ziel im Klimavertrag

  • Aktualisiert am

Vor allem die Inselstaaten fürchten die Erderwärmung und wollen das 1,5-Grad-Ziel im Klimavertrag. Jetzt bekommen sie Unterstützung aus Deutschland. Bild: dpa

Mit der Bundesrepublik spricht sich nun auch ein Industriestaat für das 1,5-Grad aus. Die Inselstaaten freuen sich über einen „mutigen Akt der Solidarität“.

          Jetzt also auch ein Industrieland: Deutschland macht sich für die Aufnahme des 1,5-Grad-Ziels in den geplanten Weltklimavertrag stark. Die Zahl müsse im Text vorkommen, sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Umweltministerium am Donnerstag am Rande der Pariser UN-Klimakonferenz. Die Obergrenze für die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter ist einer der Haupt-Knackpunkte der Verhandlungen.

          Bisher fasst die Weltgemeinschaft ein Ziel von zwei Grad ins Auge. Insbesondere vom Klimawandel bedrohte Länder wie die pazifischen Inselstaaten machen sich aber für 1,5 Grad stark. Eine Gruppe von 20 klimatisch gefährdeten Ländern begrüßte Flasbarths Aussage: „Ein Hurra für einen historischen, mutigen Akt der Solidarität“, hieß es auf dem Twitter-Account des „Climate Vulnerable Forum“, zu dem unter anderem die Philippinen und Bangladesch gehören.

          Bislang hatte sich noch kein Industriestaat für ein noch strikteres Ziel als die geplanten zwei Grad ausgesprochen. Selbst das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten geht einher mit der Entwertung großer Vermögen all jener Staaten, die ihren Wohlstand dem Export von Öl, Kohle und Gas verdanken. Da liegt es auf der Hand, dass Saudi-Arabien und Venezuela die Klimaverhandlungen blockieren, statt zu befördern. Die Weltklimakonferenz ist auch eine Weltwirtschaftskonferenz.

          Weitere Themen

          Merkel peilt CO2-Neutralität bis 2050 an Video-Seite öffnen

          Petersberger Klimadialog : Merkel peilt CO2-Neutralität bis 2050 an

          Besonders Svenja Schulze zeigte sich über die Klimaziele erfreut – doch sie appellierte auch an die Umsetzung: „Das war hier heute ein Signal. Aber ich lege Wert darauf, dass wir nicht nur Signale senden, sondern dass Deutschland jetzt auch handelt“, so die Bundesumweltministerin.

          EU will sich weiter für den Iran-Atompakt starkmachen Video-Seite öffnen

          Treffen in Brüssel : EU will sich weiter für den Iran-Atompakt starkmachen

          Im Streit über die Iran-Politik zwischen den Vereinigten Staaten und der EU zeichnete sich bisher noch keine gemeinsame Linie ab. Vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel sagte Bundesaußenminister Heiko Maas, dass in den vergangenen Monaten bereits konkrete Schritte für die Umsetzung des Atomabkommens eingeleitet worden seien. Bei dem Treffen wird auch der amerikanische Außenminister Mike Pompeo erwartet.

          Topmeldungen

          EU-Wahl in den Niederlanden : Mehr Pulverisierung als Polarisierung

          Die Niederländer haben den rechtsnationalen Provokateur Thierry Baudet zurechtgestutzt. Vor lauter Polarisierung zwischen Befürwortern und Gegnern der EU ging ein anderes Phänomen unter: Die Fragmentierung der politischen Landschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.