FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Frankreich 1982 :
Der kostspielige Sozialismus à la française

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Der ehemalige französische Präsident François MitterrandAFP

Vor 40 Jahren verstaatlichte Frankreichs Präsident François Mitterrand Banken und Industrie. Schon bald musste er eine Kehrtwende vollziehen.

„Dreißig Männer sind es, die in Frankreich alle wirtschaftliche Macht in ihren Händen halten“, sagte der für Verstaatlichung zuständige Staatssekretär im Herbst 1981. Gerade wenige Monate im Amt, schickten sich Präsident François Mitterrand und die sozialistisch-kommunistische Regierung von Pierre Mauroy an, die „Herrschaft des Großkapitals“ zu brechen. Das Eigentum an Konzernen und Banken sollte „wieder“ an den Staat übertragen werden. So hatte man es all die Jahre zuvor gefordert, so hatte man es im Wahlkampf versprochen.

Die Linken machten sich schnell ans Werk. Ihr Verstaatlichungsprogramm hatte es in sich. Die Anteile von fünf führenden Industriekonzernen wurden in die öffentliche Hand überführt, darunter der Baustoffriese Saint-Gobain und der Chemie- und Textilhersteller Rhône-Poulenc, der später in Sanofi aufging. Auch knapp 40 Finanzholdings und Geschäftsbanken wanderten in den Staatsbesitz, etwa die Banque de Paris et des Pays-Bas (heute BNP Paribas). Zudem war die Regierung auf dem Verhandlungsweg Mehrheitseigner geworden bei den Rüstungskonzernen Dassault und Matra.

In Kraft trat das Verstaatlichungsgesetz am 13. Februar 1982. Doch schon da stand es unter einem schlechten Stern. Die Kommunisten hatten ursprünglich die Kontrolle über mehr als 800 Unternehmen übernehmen wollen. Dagegen mutete die finale Liste bescheiden an. Unter anderem der Versicherungssektor blieb in Privathand, und von ausländischen Banken ließ die Regierung die Finger. Zudem wurde der Exodus erfolgreicher Führungskräfte zum Problem, nachdem in den Geschäftsführungen Beamte das Ruder übernommen hatten. Bei Rhône-Poulenc verhinderten diese zunächst die Stilllegung alter und verlustreicher Produktionsstätten, verweigerten aber auch die notwendigen Mittel für Investitionen in neue Anlagen. Nicht nur der angesehene Konzernchef Jean Gandois suchte daraufhin das Weite.

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