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Arbeitsmarkt und Migration : Jeder dritte Flüchtling hat eine Anstellung gefunden

Flüchtlinge lernen die Arbeit mit dem Schweißbrenner: Ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind nicht schlecht. Bild: dpa

Als die Asylbewerber 2015 kamen, sahen Manager eine große Chance für die deutsche Wirtschaft. Sie könnten recht behalten – doch anders, als man damals dachte.

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          Rott am Inn, der malerische Ort im bayerischen Chiemgau, ist draußen in der Welt für zwei Dinge berühmt. Zum einen für seinen Ehrenbürger Franz Josef Strauß, den früheren CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten, der hier mit seiner Familie lebte und auf dem örtlichen Friedhof auch beerdigt ist. Zum anderen für die Alpenland Maschinenbau, abgekürzt Alpma, den Weltmarktführer für Käsereimaschinen. Wer zum Beispiel Emmentaler produziert und beim Verpacken des Endprodukts „hohe Gewichtsgenauigkeit auch bei Käsen mit sehr ungleicher Lochung“ erreichen möchte, der darf sich vertrauensvoll an die Spezialisten aus Rott am Inn wenden.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
          Inge Kloepfer
          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Geschäfte laufen gut, allzu viele Sorgen brauchte sich die Firma nicht zu machen – wenn da nicht ein Problem wäre: Es fehlt an Personal, der Nachwuchs stockt. Wie die meisten Unternehmen der Region leidet auch die Alpma unter sinkenden Bewerberzahlen, ohne weitere Anstrengungen werden in ein paar Jahren wichtige Mitarbeiter fehlen. Deshalb hat sich Ralf Tüchler, Personalreferent in dem Unternehmen, vor vier Jahren zu einem damals noch recht ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Schon im September 2015 bemühte sich die Firma um Flüchtlinge, zu dem Zeitpunkt also, als gerade im Landkreis Rosenheim jeden Tag Tausende Flüchtlinge ankamen, die meisten über die Balkanroute, einige über den Brenner. Die meisten von ihnen sind in andere Regionen weitergezogen, einige blieben.

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