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Tobias Piller (tp.)

Coronavirus : Italien ruft nach Europa

  • -Aktualisiert am

Sperrzone Codogno: Alle Geschäfte bis auf Apotheken und Supermärkte sind im Ort geschlossen Bild: dpa

Mehr als 50.000 Italiener leben wegen des Coronavirus’ derzeit in Quarantäne. Ausgerechnet die Populisten der Lega rufen jetzt danach, „Europa“ solle helfen.

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          Für Italiens Wirtschaft könnte die vom Coronavirus ausgelöste Krise noch dramatische Folgen haben. Mehr als 50.000 Italiener leben derzeit in Quarantäne. Manche Fabriken stehen still. Vor allem wurden über Nacht fast alle Touristenreisen nach Italien storniert. Die Hotels stehen leer.

          In dieser Situation ist es richtig, wenn Unternehmen kurzfristig staatlich entlastet werden und die nötige Liquidität für die Überwindung der Krise bereitgestellt wird, auch wenn damit das Haushaltsdefizit steigt. Fragwürdig sind aber Forderungen, nun mit viel geliehenem Geld die Konjunktur anzukurbeln. Wenn Urlauber Angst vor Infektionen in Italien haben, hilft kein Konjunkturprogramm.

          „Europa“ soll wieder einmal alle Probleme lösen. Das fordern besonders laut ausgerechnet diejenigen Populisten von der Lega, die bis vor wenigen Tagen den Ausstieg aus dem Staatenrettungsfonds ESM, dem Euro oder gar aus der ganzen EU propagiert haben. Doch europäische Solidarität ist keine Einbahnstraße. In Rom könnte man auch einmal darüber nachdenken, was Italien für die EU leisten kann – in Gesundheitsfragen oder auch in der laufenden Haushaltsdiskussion.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

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