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VW-Abgasskandal : Umweltbehörde mit Zähnen

  • Aktualisiert am

EPA-Chefin Gina McCarthy Bild: dpa

Im Kampf mit großen Unternehmen muss man schon mal Zähne zeigen - und das kann die amerikanische Umweltbehörde. Dem VW-Chef steht ein schwieriges Treffen bevor.

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          Im Terminplan von Volkswagen-Chef Matthias Müller steht ein delikates Treffen: Müller kommt in Washington mit der Leiterin der amerikanischen Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, zusammen. Die Regierungsbehörde hat weitreichende Kompetenzen bei der Durchsetzung von Umweltgesetzen in den Vereinigten Staaten und spielt eine Schlüsselrolle im Abgasskandal des Wolfsburger Autokonzerns.

          Gegründet wurde die EPA 1970 von Präsident Richard Nixon, um über die Einhaltung des sogenannten Clean Air Act gegen Luftverschmutzung zu wachen. Im Laufe der Jahre fielen weitere Umweltgesetze etwa zur Reinhaltung von Gewässern in den Aufgabenbereich der Behörde. Die EPA unterstützt auch Studien zum Umweltschutz mit jährlich mehr als vier Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro).

          Immer wieder im Kampf gegen große Unternehmen

          Zuletzt trat die Behörde verstärkt beim Kampf gegen den Klimawandel zum Vorschein. Präsident Barack Obama nutzte die EPA, um auf Grundlage des „Clean Air Act“ erstmals landesweit verbindliche Ziele für die Reduzierung der CO2-Emissionen im Energiesektor vorzuschreiben.

          In ihrer Geschichte trat die EPA immer wieder als Gegenspielerin von Unternehmen auf. So sorgte die Behörde dafür, dass Autokonzerne in den Vereinigten Staaten. Katalysatoren in die Fahrzeuge einbauen müssen. Nach der Ölpest im Golf von Mexiko vor knapp sechs Jahren ging sie gegen den britischen Energiekonzern BP vor.

          Im September warf die EPA Volkswagen vor, hunderttausende Dieselfahrzeuge in den Vereinigten Staaten mit einer speziellen Software ausgestattet zu haben, um Abgastests zu manipulieren. Im Zuge des Skandals räumte der Konzern ein, dass weltweit rund elf Millionen Autos verschiedener Marken betroffen sind. Die amerikanische Regierung reichte im Auftrag der EPA Klage gegen VW ein. Dem Unternehmen droht nun eine Milliardenstrafe.

          Einen weiteren Rückschlag musste Volkswagen noch vor dem Spitzentreffen mit der Umweltbehörde hinnehmen: Die kalifornische Umweltbehörde CARB hatte die Rückrufpläne von Volkswagen abgelehnt. Nun hofft der Konzern auf eine Einigung mit der EPA.

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