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Umstrittene Entscheidung : Offenbar doch keine Gehaltserhöhung für Bahn-Vorstände

  • Aktualisiert am

Der Bahn-Tower in Berlin Bild: ddp

Trotz Verspätungen und der Affäre um Beraterverträge sollten die Vorstände der Deutschen Bahn mehr Geld bekommen. Das soll vom Tisch sein – der öffentliche Aufschrei hat offenbar Wirkung gezeigt.

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          Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn will einem Medienbericht zufolge die geplante Gehaltserhöhung für den Vorstand des Konzerns ablehnen. Das berichtete die Düsseldorfer Zeitung „Rheinische Post“ am Donnerstag unter Berufung auf Kreise des Bahnmanagements. Ursprünglich stand demnach eine Anhebung der Vorstandsgehälter um 33 Prozent auf der Tagesordnung für die Sitzung des Kontrollgremiums am Donnerstag. In der Summe würde dies insgesamt anderthalb Millionen Euro ausmachen.

          Der geplante Anstieg der Managergehälter hatte in der Öffentlichkeit Empörung ausgelöst. Auch die Affäre rund um Beraterverträge hat die Bahnführung noch nicht überstanden. In den Jahren 2008 bis 2018 hatte der Konzern ehemaligen Managern Beraterverträge in Millionenhöhe zugeschanzt.

          „Zu viele Häuptlinge, zu wenig Indianer“

          Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, warnte in der „Augsburger Allgemeinen“ vom Donnerstag vor einem lähmenden Führungschaos bei dem bundeseigenen Konzern und kritisierte die Rolle von Vorstandschef Richard Lutz. „Der Bahnchef wird durch die Berateraffäre gelähmt, da kennen wir bislang nur die Spitze des Eisbergs“, sagte er der Zeitung. In der Affäre seien viele Fragen unbeantwortet.

          Weselsky kritisierte zudem den Zustand der Bahn. „Es sind ja nicht nur die schlechten Zahlen, es ist das tägliche Erleben von Hunderttausenden Reisenden“, sagte er. „Es werden Milliarden versenkt wegen ineffizienter Strukturen“, fügte er hinzu. „Wir haben zu viele Häuptlinge und viel zu wenig Indianer.“

          Bereits am Mittwoch gab es Berichte, dass der Gewinn der Bahn in diesem Jahr stark zurückgehen werde. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern liege per Ende September mit 669 Millionen Euro für die Kernbereiche der Bahn um knapp 30 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, hieß es unter Berufung auf einen Zwischenbericht, den der Vorstand nun dem Aufsichtsrat vorlegen werde.

          Am Donnerstag hieß es unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, dass die angeschlagene Bahngütertochter DB Cargo ihren Verlust im laufenden Jahr deutlich ausweitet. Die Tochter steuert demnach 2019 auf einen Verlust von 300 Millionen Euro zu – im vergangenen Jahr habe dieser noch bei 190 Millionen Euro gelegen. Damit gerate Güterverkehrs- und Finanzvorstand Alexander Doll immer stärker in Bedrängnis, schrieb die Zeitung. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen befürworteten demnach mehrere Kontrolleure die Ablösung als Bahnvorstand.

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