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Weitere Nachrichten : Südsudan könnte Ölförderung einstellen

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Bild: Reuters

Die Biotechfirma Brain will am 9. Februar an die Börse. Verdi kündigt weitere Streikwellen bei Amazon an. Die Börse in Tokio erholt sich.

          Der ostafrikanische Südsudan könnte bald gezwungen sein, die Förderung von Erdöl einzustellen. Seit dem abermaligen Fall des Ölpreises macht das krisengeschüttelte Land bei Exporten des schwarzen Goldes hohe Verluste. Ein Produktionsstopp würde die Wirtschaft des Landes in die Knie zwingen, sagte ein Wirtschaftsprofessor der Universität zu Khartoum, Ahmed Hassan El-Jack, der Deutschen Presse-Agentur.

          Seitdem der ölreiche Südsudan Mitte 2011 politische Unabhängigkeit vom benachbarten Sudan erlangte, der die Pipelines verwaltet, muss der Südsudan "Transitgebühren" in der Höhe von umgerechnet 22,50 Euro pro Barrel zahlen. Dazu kommen die Produktionskosten. Bei einem Ölpreis von unter 30 Euro bedeutet das herbe Verluste. Südsudans Ölminister hatte vergangene Woche eine Senkung der Gebühren verlangt. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass Sudans Regierung einwillige, so El-Jack. (dpa-AFX)

          Biotechfirma Brain will am 9. Februar an die Börse

          Die Biotechfirma Brain AG will bei ihrem geplanten Gang an die Frankfurter Wertpapierbörse bis zu 48,3 Millionen Euro einsammeln. Die Preisspanne für die Aktien sei auf 9,00 bis 12,00 Euro festgelegt worden, teilte das Unternehmen aus dem südhessischen Zwingenberg am Mittwoch mit. Die Aktien können von Donnerstag bis zum 3. Februar gezeichnet werden, die Erstnotiz ist für den 9. Februar geplant.

          Brain macht Enzyme, Mikroorganismen und andere Wirkstoffe für industrielle Anwendungen in der Chemie-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Medizinindustrie nutzbar. Aus den Laboren das Unternehmens kommen etwa Enzyme, die Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen wirksam machen. Das frische Kapital aus dem Börsengang soll in die Forschung und Entwicklung und in den Ausbau des Vertriebs eigener Produkte fließen. Die Großaktionäre, allen voran die MP Beteiligungs-GmbH der Kaiserslauterer Unternehmerfamilie Putsch ("Recaro"), wollen zusammen eine deutliche Mehrheit behalten. Zehn Prozent der Emission hat Brain für Privatinvestoren reserviert. (Reuters)

          Verdi kündigt weitere Streikwellen bei Amazon an

          Die Gewerkschaft Verdi hat für 2016 weitere Protestwellen angekündigt, um beim weltgrößten Versandhändler Amazon einen Tarifvertrag für Beschäftigte in Deutschland durchzusetzen. Die Streiks im zurückliegenden Jahr wertet die Gewerkschaft als Erfolg. "Es wurde an rund 50 Tagen an einem oder mehreren Standorten gestreikt. Das ist in etwa doppelt so viel wie 2014", sagte Völpel.

          Auch die Zahl der Standorte, die sich am Ausstand beteiligen, wächst stetig. 2014 kamen Werne (NRW) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) dazu, 2015 waren es Pforzheim (Baden-Württemberg) und der DVD-Verleiher und Video-Dienst in Elmshorn (Schleswig-Holstein). In acht von neun Logistikzentren im Bundesgebiet wurde bereits gestreikt. Nur das erst 2013 in Brieselang (Brandenburg) eröffnete Warenlager beteiligte sich noch nicht.

          Verdi fordert die Anerkennung eines Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Amazon lehnt Verhandlungen darüber kategorisch ab. Deswegen kommt es seit dem Mitte Mai 2013 immer wieder zu Streiks. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des branchenüblichen. (dpa-AFX)

          Börse in Tokio erholt

          Der japanische Aktienmarkt hat am Donnerstag Gewinne verzeichnet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte zum Ende des Vormittagshandels 1,6 Prozent im Plus bei 16.682 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,3 Prozent auf 1356 Zähler zu. Am Vortag war der Nikkei noch um 3,7 Prozent gefallen. Händler begründeten die Entwicklung mit einem schwächeren Yen-Kurs zum Dollar, sowie den Ölpreisen, die sich nach dem jüngsten Preissturz etwas stabilisiert zeigten. Der Preis für ein Barrel amerikanisches Öl WTI notierte rund ein Prozent höher bei 28,64 Dollar.

          Auch die Börsen außerhalb Japans lagen überwiegend im Plus. Der MSCI-Index legte 1,1 Prozent zu. Dagegen notierte die chinesische Börse in Shanghai 0,3 Prozent schwächer.

          Vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank wurde der Euro kaum verändert mit 1,0873 Dollar nach 1,0891 Dollar im New York gehandelt. Zum Yen notierte die amerikanischen Währung bei 117,33 Yen. Der Schweizer Franken wurde mit 1,0050 Franken je Dollar und 1,0930 Franken je Euro gehandelt. (Reuters)

          Brasiliens Zentralbank lässt Zinsen unverändert

          Die brasilianische Zentralbank hat die Leitzinsen unverändert gelassen. Der Satz liegt damit weiterhin bei 14,25 Prozent. Die Bank begründete ihre Entscheidung am Mittwoch mit Unsicherheiten bei der Entwicklung der Weltwirtschaft. Zentralbankchef Alexandre Tombini war zuvor unerwartet von seiner bisherigen Haltung abgerückt, mit einer Zinsanhebung die bei mehr als zehn Prozent liegende Inflation zu bekämpfen.

          Die Arbeiterpartei von Präsidentin Dilma Rousseff, Unternehmerverbände und Gewerkschaften hatten an die Bank appelliert, die Zinsen nicht zu erhöhen. Der Wirtschaft müsse mehr Zeit gegeben werden, um sich von der Rezession zu erholen, die die Arbeitslosenzahl im vergangenen Jahr um 1,5 Millionen Menschen ansteigen ließ. (Reuters)

          Logitechs Gewinn sinkt

          Logitech hat im dritten Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Betriebsgewinn (non-GAAP) reduzierte sich auf 74,2 Millionen Dollar nach 78,6 Millionen Dollar, wie der schweizerisch-amerikanische Hardware-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dabei habe das neue Geschäft mit Zubehör für Musik und Videospiele den rückläufigen Absatz bei klassischen Geräten wie Computermäusen nicht ausgleichen können. Der Nettoumsatz stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember um drei Prozent auf 621,1 Millionen Dollar.

          Analysten hatten im Schnitt mit einem Betriebsgewinn von 73,11 Millionen Dollar und mit einem Nettoumsatz von 631,6 Millionen Dollar gerechnet. (Reuters)

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