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Heute in Rhein-Main : Der Eine-Frau-Protest gegen Feldmann

In Sorge um ihre Stadt: Eine Frankfurterin fordert als Eine-Frau-Aktivistin den Rücktritt des Oberbürgermeisters und wirbt um Unterschriften. Bild: Wonge Bergmann

Eine Frau demonstriert ihren Unmut über den Frankfurter Oberbürgermeister. Der Grünen-Politiker Al-Wazir will Ministerpräsident werden. Und außerdem gibt es neben dem 9-Euro-Ticket auch andere Möglichkeiten, Benzin zu sparen. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          4 Min.

          Guten Abend,

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          wie haben Sie ihr Sommerwochenende verbracht? Grillend auf dem Balkon? Cocktails schlürfend im Plantschbecken? Unsere Autorin Mechthild Harting hat eine Frankfurterin getroffen, die den Samstag damit zugebracht hat, ein Plakat in die Luft zu recken. Darauf zu lesen: eine Rücktrittsforderung an Feldmann. Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Die Grünen) hingegen hat seinen Samstag auf dem Parteitag der Grünen verbracht – und deutlich gemacht, dass er an die Landesspitze will. Und damit Sie künftig weniger Zeit an Tankstellen verbringen müssen, haben wir uns Spritspar-Tipps geben lassen.

          Stiller Protest gegen Feldmann: Manch eine Protestaktion ist nicht besonders groß, nicht besonders laut. Und doch schafft sie es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Mit ihrem Plakat ist die junge Frau schon während der Eintracht-Feier vor dem Römer aufgefallen. „Rücktritt Feldmann Jetzt !!!“ steht darauf geschrieben. Ihren Namen will sie nicht öffentlich geschrieben wissen. Ihre Beweggründe hat sie unserer Redakteurin Mechthild Harting trotzdem erzählt. Es ist die Geschichte einer Bürgerin, die sich empört. Und zwar nicht mehr länger im stillen Kämmerlein, sondern in aller Öffentlichkeit. Über einen Oberbürgermeister unter Korruptionsverdacht, der, nach ihrer Einschätzung, dem Ansehen der Stadt schadet. Die Wut auf das Stadtoberhaupt hat sie zu einer „politischen Aktivistin ohne Parteibindung“ werden lassen. Aus der stummen Plakat-Protestaktion, die sie erstmals beim Empfang der Eintracht auf den Römerberg getrieben hat, ist mittlerweile eine Unterschriften-Aktion geworden. Sie hat 1000 Postkarten mit Anti-Feldmann-Statements drucken lassen, auf denen die Menschen unterschreiben können.

          Erst am vergangenen Donnerstag hat das Stadtparlament beschlossen, das Abwahlverfahren einzuleiten. Ob es Erfolg haben wird, hängt auch von der Wahlbeteiligung der Frankfurter ab. 150 .000 Bürger müssten mehrheitlich gegen Feldmann stimmen, ansonsten ist das Quorum von 30 Prozent der Wahlberechtigten nicht erfüllt. Die Unterschriftensammlerin will bis dahin weiter gegen Feldmann auf die Straße gehen, notfalls sei sie bereit, „von Tür zur Tür, um die Frankfurter zur Wahl zu animieren“.

          Al-Wazir will mehr Verantwortung: Der stellvertretende hessischer Ministerpräsident, will bei der nächsten Landtagswahl an der Spitze der Grünen um den Einzug in die Staatskanzlei in Wiesbaden kämpfen. „Ich brenne dafür, dass dieses Hessen grüner und gerechter wird“. Das hat er bei einer Mitgliederversammlung seiner Partei in Bad Hersfeld gesagt und gleich eine Ansage an die Mitglieder der CDU und SPD hinterhergeschoben. Die Zeit, in denen nur die CDU und die SPD um die Vorherrschaft im Land gekämpft hätten, seien vorbei. Die gegenwärtige Legislaturperiode endet nach der voraussichtlich im Oktober 2023 stattfindenden Landtagswahl. Es werde „einen wirklichen Dreikampf“ geben, sagte Al-Wazir. Ob er in diesen Dreikampf einsteigen wird, gilt zwar als wahrscheinlich. Aber sicher, das wissen Politiker wohl am ehesten, ist nichts. Denn die hessischen Grünen nehmen sich ein Beispiel an der Bundespartei. Sie wollen erst vor der Landtagswahl ein Spitzenduo, dem eine Frau und ein Mann angehören, küren.

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