Mittelstand in Not : Am Abendbrottisch zum Chef werden

Der Mittelstand stöhnt – vor allem unter der Bürokratie in Deutschland. Investitionen fließen leise ins Ausland. Doch nicht jede Familienunternehmerin zieht weiter.
Die Berufswahl ist für viele Jugendliche ein schwieriges Thema. Zur eigenen Unsicherheit und Unwissenheit kommen oftmals die drängenden Fragen der Eltern hinzu, wie es nach der Schule weitergeht. Wohl denen, die früh wissen, in welche Richtung es einmal gehen soll. Wie im Fall von Marie-Christine Ostermann. Schon als Kind hat ihr Vater sie mitgenommen, wenn er am Wochenende im familieneigenen Betrieb Sonderschichten einlegte. Während Carl-Dieter Ostermann die angefallene Büroarbeit erledigte, vertrieb sich seine Tochter die Zeit und erlangte im wahrsten Sinne des Wortes einen spielerischen Zugang zum familieneigenen Unternehmen. Auch am Esstisch war die Firma fast immer mit dabei, erinnert sich Ostermann zurück. Ihr Urgroßvater Carl Rullkötter hatte im Jahr 1923 die Rullko GmbH, einen Lebensmittelgroßhändler, im nordrhein-westfälischen Hamm gegründet. Nach dessen Tod 1963 übernahm seine Frau Elly die Geschäfte in einer Zeit, in der starke Unternehmerinnen noch viel eher die Ausnahme denn die Regel waren.
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