Karikaturen : Manchmal tut es auch ein Strich

Karikaturen passen nicht zur politischen Korrektheit. Manche Zeitung hat sie ganz verbannt. Aus Rücksicht? Aus Angst? Politik lässt sich aber nur mit Humor durchschauen.
Karikaturen haben es nicht leicht in Zeiten, in denen politischer Humor aus der Mode gekommen ist. „Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.“ Der Satz von Kurt Tucholsky aus den 1920er Jahren gilt noch immer und könnte ein Stoßseufzer der Karikaturisten sein. Manche Zeitungen, wie die „New York Times“ schon seit 2019, haben Karikaturen im Zeichen politischer Korrektheit ganz aus ihrem Repertoire gestrichen. Im Netz haben sie sich als Illustration bislang nicht durchsetzen können und sind einer immer größeren Foto- und Videoflut gewichen. Aussterben werden sie gleichwohl nicht – das Bedürfnis, den politischen Betrieb durch satirische Überzeichnung zu durchschauen, ist einfach zu groß.
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