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Bahnprojekt Kenia : Geht ein Zug nach Nirgendwo

Ja, wohin fährt er denn: Der neue Bahnhof in Naivasha wird eröffnet. Bild: EPA

Eine Zugverbindung von der kenianischen Hafenstadt Mombasa bis in Ugandas Hauptstadt Kampala: Das war der Plan von Kenias Regierungschef Kenyatta. Doch das Projekt droht spektakulär zu scheitern. Profitieren könnte China.

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          Naivasha in Kenia, 80 Kilometer Luftlinie von der Hauptstadt Nairobi entfernt, ist bekannt für seine Blumenfarmen. Es gibt einen See, auf dem sich Flamingos tummeln und an dessen Ufer einst Teile des Film-Melodrams „Out of Africa“ gedreht wurden. Ansonsten leben in der Region hochgewachsene Masai-Krieger und treiben tagein, tagaus ihre Rinderherden durch die Steppe am ostafrikanischen Grabenbruch.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Seit vergangener Woche hat Naivahsa einen Bahnhof. Daran, dass er besonders nützlich ist, zweifeln die Kenianer allerdings – „Railway to Nowhere“ nennen sie die Verbindung, die von Präsident Uhuru Kenyatta feierlich eröffnet wurde. 120 Kilometer Bahngleise wurden für den Zug von Nairobi „nach Nirgendwo“ verlegt. 1,5 Milliarden Dollar soll die Verbindung gekostet haben. Daran, dass sich das Unternehmen jemals amortisiert, glaubt kaum jemand.

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