FC Zürich : Fußball hat doch was Museales

Michael Jucker leitet das Museum des FC Zürich. Nicht nur für den Mittelalterhistoriker ist das eine runde Sache.
Geht man durch den Fan-Shop des Fussballclub Zürich ins Untergeschoss, gelangt man in dessen Museum. Dort trifft man auf Michael Jucker. „Aufgewachsen bin ich in Schaffhausen und war FC-Schaffhausen-Fan“, erzählt der 54-Jährige, der zu 40 Prozent als Ko-Leiter des Fussballclub-Zürich-Museums arbeitet. Der Weg zum Museumsleiter war nicht vorgespurt. Nachdem er das Gymnasium mit der Matura abgeschlossen hatte, habe er für ein Jahr bei einer heilpädagogischen Schule gearbeitet, bevor er 1991 mit einem Geschichtsstudium in Zürich begann. Zuerst habe er sich auf Mittelaltergeschichte fokussiert und darüber eine Doktorarbeit geschrieben. Von 2004 bis 2006 sei er in Münster Teil eines größeren Projekts über symbolische Kommunikation in der Diplomatie gewesen. „Nach meiner Rückkehr in die Schweiz habe ich für zehn Jahre an der Universität Luzern als Mittelalterhistoriker unterrichtet. Dort habe ich auch ein Buch über Kulturgüterraub und Plünderung im Mittelalter geschrieben. 2016 bin ich dann mit der Sportgeschichte in Kontakt gekommen und habe an der Uni sporthistorische Veranstaltungen unterrichtet – anfangs über ältere Sportarten, aber mit der Zeit bin ich immer mehr in gegenwärtige Sportarten hineingerutscht.“ Zur gleichen Zeit habe er beim FCZ als Freiwilliger im Förderverein teilgenommen und sich ein fundiertes Wissen über die Vereinsgeschichte angeeignet. „Der Förderverein unterstützt mit Beiträgen seiner Mitglieder die Aktivitäten des Museums.“ 2019 sei die Stelle als FCZ-Museums-Leiter frei geworden, und Jucker wurde gemeinsam mit einer weiteren Person zum Ko-Leiter ernannt.





