„Polexit“ und EU-Sanktionen : Der „Polexit“ lässt die Märkte kalt

Finanzmärkte haben ein feines Sensorium für Veränderungen. Gerade durch Konflikte zwischen der EU und Ländern wie Polen oder Ungarn kommt es eigentlich schnell zu Umschwüngen auf dem Markt – bisher aber zeigen sich wenige Auswirkungen.
Die großen Themen bewegen auch die kleinen Märkte: Corona, Inflation und Zinsentwicklung stehen neben dem Euro-Dollar-Kurs auch bei den Akteuren auf den Kapitalmärkten in Zentral- und Südosteuropa obenan, die zwar zur EU, aber nicht zum Euroraum gehören: Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien. In dieser Woche ist das Interesse an der ungarischen Zentralbank besonders groß. Diese hob am Dienstag den Leitzins wegen der auf 5,3 Prozent gestiegenen Jahresinflation für manche überraschend stark an: um 0,30 Punkte auf 1,20 Prozent. Den Einlagesatz erhöhte sie um ebenfalls 0,30 Punkte auf nunmehr 0,25 Prozent, womit in Ungarn mehr als fünf Jahre mit negativen Leitzinsen enden. Um die Preisstabilität zu sichern, sei es gerechtfertigt, auf Monatsbasis die Zinsanhebungen mit festen Schritten fortzusetzen, erklärte die Ungarische Nationalbank. Die Währungshüter hatten bereits im vergangenen Monat ihre Leitzinsen um 0,30 Prozentpunkte angehoben. Auch die tschechische Notenbank hat weitere Schritte in diese Richtung angekündigt, Polen und Rumänien halten sich noch zurück.





