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Marktbericht : Aktienkurse von HHLA und SMA Solar unter Druck

  • Aktualisiert am

Im Hamburger Hafen ist zu wenig los Bild: Joerg Modrow/laif

Was dem einen die Solarkrise, ist dem anderen die zu seichte Elbe. SMA Solar und HHLA haben beide schwache Ergebnisse und Ausblicke vorgelegt. beide Aktienkurse fallen deutlich.

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          Der Aktienkurs von SMA Solar ist am Donnerstag um mehr als 5 Prozent gefallen. Im Tagesverlauf hatte das Minus schon fast 10 Prozent betragen.. Der Hersteller von Wechselrichtern für die Solarindustrie ist nunmehr auch voll in die Branchenkrise geraten. Unter dem Strich fiel ein Verlust von rund 67 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch 75 Millionen Euro im Vorjahr. Dies war schon ein schwaches Ergebnis gewesen, hatte doch der Jahresüberschuss 2011 noch mehr als doppelt und 2010 noch viermal so hoch gelegen. Wegen des starken Nachfragerückgangs in Europa und des hohen Preisdrucks sanken die Erlöse um 36 Prozent auf 932,5 Millionen Euro. Damit lag SMA am unteren Ende der eigenen Prognose, verfehlte aber die Erwartungen der Anleger. Der Betriebsverlust betrug 89 Millionen Euro nach einem Gewinn von 102 Millionen im Jahr zuvor. Auch hier hatten Analysten mit einem geringeren Minus gerechnet.

          Der Vorstand bestätigte zwar die im November veröffentlichte Prognose für 2014, sieht den Konzern aber weiter in einem schwierigen Marktumfeld. Die Prognose setze ein „stabiles regulatorisches Umfeld“ voraus, vor allem in Europa. Mit der angestrebten Partnerschaft mit der dänischen Danfoss habe SMA Solar aber die Weichen für eine Verbesserung der Ergebnisse gestellt. Ein gemeinsamer Einkauf und Zusammenarbeit in der Forschung sollen die beiden Unternehmen wettbewerbsfähiger machen.

          Das neue Jahr hat jedoch mit einem weiteren Umsatzrückgang und abermals roten Zahlen begonnen. Im ersten Quartal dürften die Erlöse den Angaben zufolge von 212 Millionen Euro im Jahr zuvor auf nun 170 bis 200 Millionen Euro fallen. Zudem werde voraussichtlich ein Betriebsverlust von 20 bis 25 Millionen Euro anfallen. Ein Jahr zuvor hatte das Minus nur bei 8 Millionen Euro gelegen.

          Die Solarbranche, für die SMA mit seinen Wechselrichtern eine wichtige Komponente herstellt, leidet unter einem Nachfragerückgang in Europa. Auslöser ist die gekappte staatliche Förderung, vor allem in Deutschland und Italien. Auch der Handelsstreit zwischen China und der EU über Strafzölle auf chinesische Solarmodule belastet das Geschäft. Zunehmend kommen asiatische Wechselrichterhersteller auf den Markt. Das große Angebot drückt auf die Preise für die Komponenten.

          Experten reagieren wenig beeindruckt auf die Aussagen des Unternehmens. SMA habe zwar einiges getan, um die Kostenstruktur zu verbessern, so etwa Analyst Stefan Freudenreich von der Investmentbank Equinet. Es blieben aber Zweifel, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichten, um mit dem harten Wettbewerb durch Billig-Hersteller fertig zu werden. Aus Sicht der LBBW klingt der Ausblick aufgrund der ergänzten Einschränkung auf ein stabiles Umfeld nun vorsichtiger als bisher.

          Auch der Aktienkurs von HHLA sinkt in die Tiefe

          Auch der Aktienkurs des Hamburger Hafenbetreiber HHLA ist mit einem Minus von mehr als 7 Prozent auf Talfahrt und hatte sich dabei im handelsverlauf von noch tieferen Kursen erholt.  Unerwartet schwache Aussichten erwischten die Anleger auf dem falschen Fuß. Dem Hafenbetreiber macht die beschränkte Fahrrinnentiefe der Elbe zu schaffen. Sehr große Frachter mit starkem Tiefgang können den Hafen nur bei hohem Wasserstand der Elbe anfahren und verlassen. Bei der Abfertigung der Schiffe muss es daher besonders schnell gehen, um das entsprechende Zeitfenster nicht zu verpassen. Dies erfordert einen größeren Personaleinsatz am Hafen.

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