Neuer Hallenplan, aber sonst kein Plan
Die Frankfurter Buchmesse setzte in diesem Jahr auf ein neues Konzept. Es ist nicht gut aufgegangen. Den Beschwörungen der Wichtigkeit des Buchgeschäfts müssen Taten folgen – auch organisatorisch.
„Yumikos Paravent“, der zweite Roman von Hanns Zischler, erinnert mit seiner flächigen Ruhe an einen japanischen Holzschnitt. Es geht um die geheime Briefliebe zweier Menschen über Jahrzehnte und Kontinente hinweg.
Die Frankfurter Buchmesse setzte in diesem Jahr auf ein neues Konzept. Es ist nicht gut aufgegangen. Den Beschwörungen der Wichtigkeit des Buchgeschäfts müssen Taten folgen – auch organisatorisch.
Im Messejahr 2019 gab es auf der Buchmesse dieses interessante Paradox: Die rechten Verlage hatte man in einen entfernten Korridor verbannt; zugleich war man aber doch dafür, Standgebühren von ihnen zu kassieren.
Was es für die geopolitischen Interessen heißt, wenn das ewige Eis im Norden verschwindet: Robert Habeck stellt sein Buch „Arctic Meltdown“ im Gespräch mit Tania Martini am Stand der F.A.Z. auf der Buchmesse vor.
Wer erzählt in ihrem Roman, und womit kombiniert sie die Geschichte ihres Heimatortes? Im Gespräch mit Jan Wiele stellt die frisch gekürte Buchpreisträgerin Shida Bazyar „Die Lücken“ am Stand der F.A.Z. vor.
Lange dachte ich, dass es sich bei der Buchmesse vor allem um eine Art Party handelt, auf der sich eine Branche, die sich eigentlich sehr ernst nimmt, einige Tage lang angetrunken ironisiert. Dann fuhr ich hin.
In seinen bislang unveröffentlichten Tagebüchern arbeitet Wolf Biermann sich an manchen bitteren Lebensthemen ab, wie ein erster Auswahlband jetzt zeigt. Aber er sprüht auch vor Witz und Spott.
Als mein Verlag im Oktober 1973 im Hessischen Hof zur Buchmesse einen Empfang für mich ausrichtete, war dort niemand so fehl am Platz wie ich selbst. Also verließ ich die Party, kam aber zurück. Und zwar nicht allein.
Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahre erwartungsgemäß an Shida Bazyar für den Roman „Die Lücken“. Überhaupt nicht erwartungsgemäß war dagegen der Dank der Preisträgerin.
Wenn man auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht: Kurz vor der Preisvergabe lesen vier der sechs Nominierten im Schauspiel Frankfurt.
Er ist wieder da? Nein, Robert Habeck plant kein Comeback als Gründer einer neuen Partei. Wie der frühere Vizekanzler seine Rolle als Elder Statesman bei Miosga ausfüllte – und dann doch vermasselte.
Reinhold Neven Du Mont, Helge Malchow und jetzt Kerstin Gleba haben Kiepenheuer & Witsch zu einem der wichtigsten deutschen Verlage gemacht. Drei Generationen über Veränderungen im Geschäft, KI und Gerichtsprozesse.
Jede Woche fragen wir Menschen aus dem Kulturbetrieb, was sie lesen und welches Buch in ihrem Schrank sie ganz bestimmt nicht lesen werden. Diesmal antwortet der ehemalige Fußballprofi und Buchautor Christoph Kramer.
Der mit 30.000 Euro dotierte Wilhelm-Raabe-Literaturpreis geht in diesem Jahr an die deutsche Schriftstellerin Shida Bazyar. Sie wird für ihren Roman „Die Lücken“ ausgezeichnet.
Weniger Überraschung war selten: Auf der heute bekanntgegebenen Shortlist des Deutschen Buchpreises finden sich sechs Romane, die ihren Platz jeweils verdient haben. Fünf davon wurden ohnehin als Favoriten gehandelt.
Was, wenn Geschichte nicht vergeht, sondern wiederkehrt? Während der globale Judenhass das Ausmaß der Dreißigerjahre sogar übersteigt, ist der Staat Israel in eine tiefe Krise geraten. Was das auch für Juden außerhalb Israels bedeutet, versteht, wer Maxim Biller liest.
Antisemitismus als Staaten-Räson: Maxim Biller schreibt einen jüdischen Roman in judenfeindlicher Zeit. Dabei taucht er den 7. Oktober und das, was danach kam, in ein tiefes Schwarz.
Durch den steten Wechsel von Zeiten und Figuren entsteht das Bild eines Ortes, das sichtbar macht, was fehlt. Es gibt in diesem Herbst kein eindrucksvolleres Buch als „Die Lücken“ von Shida Bazyar.
Eva Menasses neuer Roman „Alleinruhelage“ erzählt vom Bemühen einer Schriftstellerin, für sich und ihre Familie ein Wochenendhaus in idyllischer Umgebung zu unterhalten. Nicht alles bleibt dabei idyllisch.
Im Sommer vor 70 Jahren setzte ein Fortsetzungsroman in der F.A.Z. neue Maßstäbe dafür, wie in Deutschland über die Ermordung der Juden gesprochen werden konnte.
Don Pablo Mulemba wuchs als Sohn eines angolanischen Gastarbeiters in Eberswalde auf und wurde Leistungssportler. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: über die Geschichte seiner Familie und die Neonazis.
Historische Stoffe sind Trumpf bei den besten neuen Romanen in diesem Herbst. Aber alle diese Bücher haben gerade auch der Gegenwart viel zu sagen. Und manche womöglich sogar der Zukunft.
Ob wir dieses Jahr wegfahren oder zu Hause bleiben – Bücher lesen, Musik hören und Filme anschauen werden wir auf jeden Fall. Dazu ein paar Empfehlungen.
Der amerikanische Schriftsteller Dave Eggers hat einen neuen Roman geschrieben: „Contrapposto“. In London präsentierte er ihn zusammen mit dem langjährigen Freund und Schriftsteller Nick Hornby.
Der Verlag C.H. Beck kauft die Anteile der Ganske Verlagsgruppe am Deutschen Taschenbuchverlag und kann dort die Kontrolle übernehmen. Hat das Folgen für das Programm der beiden Häuser?
Drei Romane in einem Buch: Rachel Khongs „Real Americans“ handelt von Erfolgsstreben, Anpassungsdruck und umstrittenen Reproduktionsmethoden im Land der Träume.
Schwer vorstellbar, dass der Ortswechsel von S. Fischer dem Verlag hilft. Frankfurt bleibt allein zurück. Kann die Stadt etwas tun?
Warum geht S. Fischer nach Berlin? Der verlegerische Geschäftsführer hofft in einem schwierigen Buchgeschäft auf die Rettung durch die Atmosphäre der Hauptstadt. Aber warum zieht dann ein anderer Teil des Verlags nach München?
Der unter dem Pseudonym Toni Rivera schreibende Autor steigert im ersten Fall für Capitano Rossi die Mordquote im Tessin gleich ums Doppelte.
In seinem Roman „Liebe“ erzählt Thomas Hettche vom Begehren der Senioren. Das kluge Buch steht sich bisweilen mit seiner gespreizten Sprache selbst im Weg. Muss das sein?
Gastronomische Karriere eines Filous: Jens Sparschuhs neuer Roman „Der Waldmeister“ feiert das kleine Glück im Leben. Es ist das Glück des guten Geschmacks.
Olivier Guez gehört zu den 200 Autoren, die aus Protest den Verlag Grasset verlassen haben. Ist der Vorgang eine Blaupause für die Machtübernahme der extremen Rechten? Ein Gespräch über Literatur in angespannten Zeiten.
Der Verlag Kiepenheuer & Witsch unterliegt auch in zweiter Instanz gegen seinen ehemaligen Autor, den Rammstein-Sänger Till Lindemann. Für dessen Rauswurf habe es keinen Grund gegeben, seine Reputation sei bekannt.
Mit 30.000 Euro ist der Kleist-Preis in diesem Jahr so hoch dotiert wie nie zuvor – ausgezeichnet wird Melle für sein „im besten Sinne verstörendes“ Werk, das der Gegenwart einen kunstvoll-realistischen Spiegel vorhält.
Jede Woche fragen wir Menschen aus dem Kulturbetrieb, was sie lesen und welches Buch in ihrem Schrank sie ganz bestimmt nicht lesen werden. Diesmal antwortet der französische Schriftsteller David Foenkinos.
Dana von Suffrins wunderbar böser Beziehungsroman „Toxibaby“ lässt eine Großstadtneurotikerbeziehung scheitern. Und erzählt auch noch über die jüdische Befindlichkeit von heute.
Thomas Hettches Roman „Liebe“ erzählt von Max und Anna, deren Begegnung eine lebenslange Geschichte einleitet.