Helene Hegemann inszeniert „Musik“ : Gehst du zum Hype, vergiss die Peitsche nicht!

Fräulein Hühnerwadel will zum Pop: Helene Hegemann macht in Köln aus Frank Wedekinds „Musik“ eine Sadomaso-Soap-Oper.
Wie Polanskis „Venus im Pelz“ thematisiert auch das erste von Helene Hegemann herausgebrachte Musiktheater-Stück eine fatale Künstler-Künstlerin-Beziehung. Sie spinnt Frank Wedekinds Geschichte „Musik“ von 1908 fort. Ein Gesangslehrer treibt seine Elevin Klara in Abtreibung und irren Untergang, bis sie ausbricht: „O Gott, o Gott, o Gott, wenn mich doch jemand durchpeitschte! ... Peitschenhiebe, bis ich kein Gefühl mehr in den Gliedern habe! Um Gottes Barmherzigkeit willen die Peitsche!“ Zugleich liebt des Meisters Frau Else die Jüngere, gibt sich die Schuld: „Ich bin ein Rindvieh, das man aus Gründen der öffentlichen Sicherheit totschlagen müsste! ... O warum hat man mich elenden Schwächling nicht vor meinem ersten Atemholen erwürgt!“





