Deutscher Kolonialismus : Imperiale Phantasien

Die Aufmerksamkeit für Deutschlands koloniale Vergangenheit wächst nicht nur im akademischen Betrieb – sondern ebenso in der Politik. Von Interesse ist dabei auch das Auswärtige Amt.
Die deutsche Kolonialpolitik war geprägt von Unrecht und Gewalt. Es war eine Politik, die menschenverachtend und rassistisch war und für die das Auswärtige Amt damals die Verantwortung trug“. Diese selbstkritischen Worte sprach Außenministerin Annalena Baerbock Anfang Juni bei der Vorstellung des Sammelbands „Das Auswärtige Amt und die Kolonien. Geschichte, Erinnerung, Erbe“ (hrsg. von Carlos Alberto Haas, Lars Lehmann, Brigitte Reinwald und David Simo, C.H. Beck Verlag, 592 S., 36 Euro), der genau diese historische Verantwortung herauszuarbeiten verspricht. Schließlich habe sich die Regierungskoalition auch der Aufgabe verschrieben, ergänzte die Ministerin, „die Kontinuitäten des Kolonialismus zu überwinden“ – Kontinuitäten des kolonialen Denkens, der Besserwisserei, der Ignoranz und des Rassismus, die, wie zahlreiche Studien zu zeigen vermochten, zum Teil bis heute fortleben. Das Auswärtige Amt sieht sich jedoch bei der „ehrlichen Aufarbeitung der Vergangenheit“ auf gutem Wege und lasse die entsprechenden Einsichten in die aktuelle Politik einfließen. Wie sich das genau vollzieht, ließ die Außenministerin offen.
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