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F.A.Z.-Sprinter : Trumps starke Männer

Unser Sprinter-Autor: Martin Benninghoff Bild: Robert Wenkemann

Zwei Autokraten können über Kramp-Karrenbauers Vorstoß nur müde lächeln, ein Diktator lernt das Laufen – und Arnold Schwarzenegger ist mehr als souverän. Was sonst noch wichtig ist, der F.A.Z.-Sprinter.

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          Starten wir den Tag wohlmeinend, indem wir Donald Trump eine gewisse Originalität zubilligen. Der Mann ist konsequent. Konsequent in dem Chaos, das er hinterlässt, vor allem durch seine Außenpolitik. Der amerikanische Rückzug aus Syrien sorgt für eine gefährliche Leerstelle, die die dort aktiven Autokraten – unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin – mit ihrer eigenen Initiative genüsslich füllen. Löblich ist der Vorstoß der deutschen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zwar, sich an der Überwachung einer internationalen Schutzzone in Nordsyrien beteiligen zu wollen. Wenn die Amerikaner sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen, dürfen die Europäer ruhig mehr übernehmen. Nur dürfte es die starken Männer an Europas Peripherie, Putin und Erdogan, belustigen, dass AKKs Vorstoß selbst in der eigenen Bundesregierung umstritten ist. Mit so etwas müssen sich Präsidenten mit undemokratischen Zügen kaum abmühen. Heute hat die Verteidigungsministerin Gelegenheit, im Brüsseler Kreise ihrer Amtskollegen für die Idee zu werben. Sonderlich gut stehen ihre Chancen allerdings nicht.

          Nun ist Trump, der sich für das Ganze noch selbst feiert, nicht an allem schuld, aber es ist doch bezeichnend, welche Früchte seine Außenpolitik auch auf der koreanischen Halbinsel trägt. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un kann derzeit vor Kraft kaum laufen, obwohl die Abrüstungsgespräche stocken. In einem denkwürdigen Auftritt im geschlossenen Tourismusgebiet Kumgangsan hat er den Abriss von Hotelanlagen angeordnet, die einst im Rahmen einer Kooperation mit Südkorea (u.a. Hyundai) gebaut worden waren. Überraschend war dabei, dass er die Gelegenheit nutzte, um seinen Vorgänger indirekt zu kritisieren, seinen Vater Kim Jong-il – dieser hätte sich zu sehr in die Abhängigkeit ausländischer Investoren begeben. Kritik an den sakrosankten Vorvätern hat Seltenheitswert und ist nur vor dem Hintergrund der Korea-Politik Trumps zu verstehen. Kim Jong-un ist der erste Machthaber, dem ein persönliches Treffen mit einem amtierenden amerikanischen Präsidenten geglückt ist. Dadurch konnte sich Kim von seinen Vorvätern weiter emanzipieren und eine eigene Legitimationsquelle anzapfen, die nicht mehr von Vater und Großvater gespeist wird. Der junge Diktator hat nun Laufen gelernt, auch dank des amerikanischen Präsidenten.

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          Ein anderer starker Mann kommt aus Österreich und hat mit Donald Trump nur insofern etwas zu tun, als er ihm in herzlicher Abneigung verbunden ist: Arnold Schwarzenegger. Der ehemalige Gouvernator darf ab heute wieder als Terminator im sechsten Teil der Filmserie „Dark Fate“ über die deutschen Kinoleinwände dröhnen, erstmals seit 28 Jahren und dem zweiten Teil der Saga wieder mit Linda Hamilton an seiner Seite. Bei der Gelegenheit empfehle ich die Kritik des Kollegen Dietmar Dath. Wer sich nicht mit Sekundärliteratur zufriedengeben will, dem empfehle ich das heutige F.A.Z.-Interview mit Schwarzenegger.  Mein persönlicher Lieblingssatz: „Ich habe selbst eine Weile gebraucht, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Obwohl ich das Drehbuch hatte, in dem alles erklärt wird.“ Wie erfolgreich muss man sein, um so etwas souverän zuzugeben?

          Und sonst: Findet heute die letzte Pressekonferenz des scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi statt. Herausgeber Gerald Braunberger zieht Bilanz. Wird der frühere spanische Diktator Franco „im Tal der Gefallenen“ exhumiert und auf einem Friedhof in Madrid beigesetzt. Spielen in der Gruppenphase der Fußball-Europa League Eintracht Frankfurt (gegen Standard Lüttich), der VfL Wolfsburg (gegen KAA Gent) sowie Borussia Mönchengladbach (gegen AS Rom; alle Spiele im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League). Beginnt die Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten auf Schloss Elmau. Stellt VW den neuen Golf 8 vor. Müssen in Bonn zwei frühere Börsenhändler der Hypo-Vereinsbank (HVB) wieder auf der Anklagebank Platz nehmen.

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