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Kursverfall : Wenn der Rubel nicht mehr rollt

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Bodenlos: die Währungskrise in Russland macht deutschen Unternehmen schwer zu schaffen Bild: AP

Die Wirtschaftskrise in Russland macht deutschen Unternehmen quer durch alle Branchen zu schaffen. Ob Volkswagen, Metro oder der Maschinenbau: Sie alle verzeichnen deutliche Einbußen.

          Ein namhaftes Unternehmen wie Apple stoppt wegen der Wirtschaftskrise und der extremen Schwankungen des Rubelkurses den Verkauf über das Internet in Russland. Mittelständische Familienunternehmen müssen Investitionen in neue Fabriken wertberichtigen. Die Produktion vor Ort verteuert sich enorm, weil Teile aus dem Ausland eingeführt und bezahlt werden müssen. Und die starken Wechselkurseffekte hinterlassen deutliche Spuren in den Bilanzen deutscher Unternehmen mit starkem Russland-Geschäft.

          „Wir erleben eine deutliche Verschärfung der Situation für deutsche Unternehmen in Russland“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die Rubelschwäche sei das größte Problem, denn die Einnahmen in Rubel seien heute in Euro viel weniger wert als früher. „Russische Kunden fragen zudem weniger nach, weil die Importe deutlich teurer sind. Die Absicherung gegen Devisenverluste ist teuer, ein Drittel unserer Mitgliedsunternehmen sichert sich gar nicht ab.“ In einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages bei 300 deutschen Unternehmen in Russland haben seinen Angaben zufolge 12 Prozent der Befragten angegeben, dass sie sich aus Russland zurückziehen würden, wenn die Lage weiter so prekär bleibe. Nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) würde eine schwere Rezession in Russland auch den Aufschwung in Deutschland bremsen. „Die Lage ist tatsächlich ernst“, zeigte sich der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin besorgt über die russische Wirtschaftskrise.

          Volkswagen bekommt Krise voll zu spüren

          Europas größter Autohersteller Volkswagen bekommt die Schwäche des russischen Absatzmarktes voll zu spüren. Mit Sorge sieht das Management, dass sich die wirtschaftlichen Probleme in Russland zunehmend in den Absatzzahlen von VW niederschlagen. In der Zeit von Januar bis November hat der Konzern im größten Flächenland der Erde insgesamt 240.700 Autos und leichte Transporter verkauft, knapp 13 Prozent weniger als in der Vorjahreszeit. Besonders stark betroffen von dem Rückgang ist die Kernmarke VW, die für etwa die Hälfte des Umsatzes der gesamten Volkswagen-Gruppe mit ihren zwölf Marken steht: Der Absatz der wichtigen Stammmarke ist binnen Jahresfrist in Russland um 20 Prozent auf etwas mehr als 114.000 Autos abgerutscht.

          Rubel-Krise : Kaufrausch in Russland beginnt

          Auch die Premiummarke Audi musste Federn lassen. Dabei sah es auf dem russischen Automarkt im November gar nicht so schlecht aus. Ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte sogar als Erfolg verbucht werden, weil die Verkäufe in den ersten zehn Monaten um 12 Prozent eingebrochen waren. Viele Russen hatten im November noch Neufahrzeuge gekauft, weil sie damit gerechnet hatten, dass die staatliche Abwrackprämie zum Jahresende ausläuft. „Der November war damit noch geprägt von dem nahen Ende der Prämie“, teilt der deutsche Automobilverband VDA mit.

          Inzwischen hat der Kreml das Absatzförderprogramm um ein Jahr verlängert. Und wenn nun wohlhabende Russen ihr Geld aus Angst vor der Inflation lieber in teure Luxuskarossen anlegen, könnte dies zu allererst den deutschen Automarken helfen – bis sie im Zuge eines weiter fallenden Rubelkurses die Preise für die Mercedes-S-Klasse oder den Porsche Panamera erhöhen. Von den Deutschen hat nur Daimler zur Jahresmitte ein Plus von 20 Prozent verzeichnet und führt dies vor allem auf neu eingeführte Modelle wie die V-Klasse und das S-Klasse-Coupé zurück. „Wir werden das Jahr in Russland positiv abschließen“, sagt eine Sprecherin des Daimler-Konzerns – allen aktuellen Turbulenzen zum Trotz.

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