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Pferdefleischskandal Real zieht Lasagne zurück

 ·  Im Skandal um die falsch deklarierte Tiefkühlware führen die Spuren auch nach Deutschland. Die Supermarktkette Real hat eine Lasagne zurückgerufen. Weitere fünf Lebensmittelketten werden überprüft. Die EU will mit DNA-Tests auf den Schwindel reagieren.

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Im Pferdefleisch-Skandal sind nun auch in Deutschland Produkte mit falsch deklariertem Fleisch aufgetaucht. Die Supermarktkette Real rief am Mittwoch die „TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt“ zurück, nachdem in einzelnen Stichproben Anteile von Pferdefleisch gefunden worden waren, wie das Unternehmen mitteilte.

„Diese Maßnahme erfolgt rein vorsorglich, da zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher bestand“, hieß es. Das Produkt genüge jedoch nicht den Qualitätsansprüchen des Unternehmens. Bereits am vergangenen Freitag hatte Real als reine Vorsichtsmaßnahme nach einem Hinweis des Herstellers das Produkt aus dem Verkauf genommen. Das Unternehmen bedauere den Vorfall, bekräftigte Real. Kunden, die das Produkt gekauft haben, können die Lasagne in jeder Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis wird erstattet.

Aigner: „Schlimmer Fall von Verbrauchertäuschung“

Pferdefleisch-Fahnder überprüfen derzeit weitere fünf deutsche Lebensmittelketten auf falsch deklarierte Tiefkühl-Ware. Sie stehen im Verdacht, von Zwischenhändlern Fertigprodukte mit möglicherweise falschen Etiketten bezogen zu haben. Die Behörden prüfen, ob die Ware Pferdefleisch statt des angegebenen Rindfleischs enthielt, wie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und ihr Amtskollege Johannes Remmel (Grüne) aus Nordrhein-Westfalen am Mittwoch mitteilten.

Damit gehen die Fahnder im europäischen Pferdefleisch-Skandal erstmals auch verdächtigen Lieferungen in Deutschland nach. Aigner nannte als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch einen „krassen und schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung“. Falsch gekennzeichnete Fertigprodukte seien vermutlich auch nach Nordrhein-Westfalen gelangt. Luxemburgs Behörden hätten ihr Haus darüber in der Nacht zum Mittwoch informiert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Bundesländer betroffen seien, sagte Aigner auf der Öko-Messe Biofach in Nürnberg.

Verdächtiges wird aus den Regalen genommen

Die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann bestätigte, dass sie in allen rund 500 Filialen in den Regionen Berlin, Nordrhein und Oberbayern ihre A&P-Tiefkühl-Lasagne vorsorglich aus dem Verkauf genommen hat. Auch die Genossenschaft Rewe Dortmund, die nach eigenen Angaben regional etwa 540 Märkte beliefert, bestätigte Untersuchungen in ihrem Großhandel. Rewe Dortmund habe vorsorglich eine verdächtige Lasagne aus dem Verkauf genommen, sagte eine Sprecherin.

Das Tiefkühl-Unternehmen Eismann bestätigte dem Westdeutschen Rundfunk, dass Lebensmittelkontrolleure im Haus seien, um Proben zu nehmen. Die Tiefkühl-Firma habe vergangene Woche zwei ihrer Lasagne-Produkte aus dem Sortiment genommen, sagte ein Sprecher. Die Metro-Tochter Real hatte ebenfalls mitgeteilt, vorsorglich zwei Fleisch-Fertigprodukte aus den Regalen entfernt zu haben. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka lässt alle relevanten Eigenmarktprodukte prüfen. Nicht alle Unternehmen auf der Liste waren für Stellungnahmen erreichbar.

In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch oder nur Pferdefleisch verarbeitet worden war. Nach Deutschland lieferten die fraglichen Hersteller nach Angaben des nordrhein-westfälischen Ministers Remmel vorwiegend in Lasagne verarbeitetes Fleisch. Aus der Auswertung der Lieferlisten ergebe sich, dass zwischen November 2012 und Januar 2013 über einen Zwischenhändler verdächtige Produkte in größerem Umfang nach Deutschland gekommen seien.

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13.02.2013, 12:23 Uhr

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