Revolutionskunst in Bern : Quadrate, im Rückspiegel größer werdend
Eine Doppelschau in Bern verfolgt die Einflüsse der russischen Revolutionskunst bis in die Gegenwart. Im Klee-Zentrum wird dabei der Suprematismus in seiner Wirkung ausgebreitet.
Der russische Anarchist Michail Bakunin fand seine letzte Ruhe auf dem Bremgartenfriedhof in Bern. Und Lenin verbrachte weit über ein Jahr seines Exils in der eidgenössischen Hauptstadt, missmutig meist und vergraben in den örtlichen Bibliotheken. Keine zwingenden Gründe, aber doch immerhin zwei schöne Vorwände für diese Doppelausstellung im Kunstmuseum Bern und im vor der Stadt gelegenen Zentrum Paul Klee. Beide Häuser, die sich zueinander verhalten wie Palast und Villa, sind seit Mitte letzten Jahres unter der Leitung von Nina Zimmer zu einer Institution verwachsen und suchen nun nach Synergismus, indem sie der vertrackten Beziehung des russischen Suprematismus und des Sozialistischen Realismus zur Oktoberrevolution von 1917 nachgehen und die Spuren beider Kunstrichtungen bis in die Gegenwart verfolgen.





