FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);US-Wahlreformen :
Saufen, Wetten, Prügeln – wie die Amerikaner ihre Wähler zähmten

Gastbeitrag
Von
Hedwig Richter
Lesezeit:
Pulsierende Demokratie: „Wahlnacht“ von John French Sloan (1907)
Pulsierende Demokratie: „Wahlnacht“ von John French Sloan (1907)Interfoto

Erst diverse Reformen und die Einführung des Wahlautomaten machten die Wahlen in den Vereinigten Staaten von einem manipulationsanfälligen Massenspektakel zu einem wirklich demokratischen Akt.

„Wahlmaschinen erlauben eine schnelle Stimmabgabe, man kann sie nicht verprügeln, und sie vereinfachen die Wahlen ganz enorm“, schrieb 1904 ein amerikanischer Lokalredakteur begeistert. Die Wahlmaschine war der Traum von der funktionierenden Demokratie, von der Rationalisierung des Wahlaktes, von der Reinheit der Wahlen. Die Wahlmaschine versinnbildlichte die Utopie der Gleichheit, und zwar mithilfe einer Verfahrenstechnik. Denn die Maschine zählt präzise jede Stimme gleich, unbestechlich und ohne menschliche Fehleranfälligkeit.
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