Matthias Brandt im Porträt : Du kannst dich auch selbst einwechseln

Der Schauspieler Matthias Brandt hat ein Buch über seine Bonner Kindheit geschrieben. Ein Gespräch über Lektüren im Kleiderschrank, Kanzlerväter auf dem Fahrrad und ein Urerlebnis mit Günter Netzer.
Matthias Brandts Lesebiographie beginnt in einem Kleiderschrank. Es ist ein geräumiger Schrank, mit Lämpchen ausgestattet, was Anfang der siebziger Jahre noch als extravagant gilt. Dort, unter den Kostümen der Mutter, vergräbt sich das Kind in seine Bücher, vor allem skandinavische Literatur, von Selma Lagerlöf und Astrid Lindgren. Das liegt nahe, denn die Mutter ist Norwegerin. Auch das Haus mit dem Kleiderschrank ist kein gewöhnliches. Es ist die Residenz des Kanzlers auf dem Bonner Venusberg, in der Willy Brandt, der erste sozialdemokratische Bundeskanzler der Nachkriegszeit, von 1969 bis 1974 mit seiner Frau Rut und dem jüngsten Sohn lebt.





