WM der verpassten Chancen
NOVE MESTO. Auf dieses kleine Drama am Schießstand in der Vysocina Arena ist Verlass. Auch am Sonntag, beim großen Finale der Biathlon-Weltmeisterschaft in ...
NOVE MESTO. Auf dieses kleine Drama am Schießstand in der Vysocina Arena ist Verlass. Auch am Sonntag, beim großen Finale der Biathlon-Weltmeisterschaft in Nove Mesto. Miriam Gössner steht im Massenstart auf Bahn zwei, die fünf Scheiben im Visier, die Lärmkulisse von 27 000 Zuschauern im Rücken, und die führende Konkurrentin Darja Domratschewa zur Rechten. Es geht um die Entscheidung. Den Puls auf 170 Schläge pro Minute beruhigen, von Ausdauer auf Präzision umschalten, anlegen, anvisieren, abdrücken, das ist tausendmal geübt - aber es bleibt eine Stresssituation. Nicht nur für Miriam Gössner. Als die Weißrussin eine Scheibe verfehlt, greift die 22 Jahre alte Skijägerin aus Garmisch plötzlich nach Gold. Aber dann schlägt sie wieder zu, diese merkwürdige deutsche Abschlussschwäche. Drei Scheiben bleiben stehen, selbst zwei hätten zur Medaille gereicht. Darja Domratschewa holt sich ihr erstes WM-Gold in Nove Mesto, die Norwegerin Tora Berger nach vier Titeln das zweite Silber, die Ungarin Monika Hojnisz Bronze. Und Miriam Gössner lächelt tapfer nach Platz sechs: „Ich war bis zum letzten Schuss hochkonzentriert. Schade, aber das kann halt passieren.“





