Prinzessin im Dilemma: Ausmisten im eigenen Stall
FRANKFURT. Die Rollenspiele der Prinzessin Haya von Jordanien nehmen immer groteskere Züge an. Im September verzichtete die Präsidentin der Internationalen ...
FRANKFURT. Die Rollenspiele der Prinzessin Haya von Jordanien nehmen immer groteskere Züge an. Im September verzichtete die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) darauf, ihre Amtszeit über 2014 hinaus zu verlängern - Hintergrund waren schon damals skandalöse Entdeckungen in den Ställen ihres Ehemanns Mohammed Al Maktoum, des Emirs von Dubai, der führende Rollen im Galopprennsport und im Distanzreiten spielt. Im Pferdemarathon ist er sogar Weltmeister. Ruhe hat der Rückzug von Haya aber nicht gebracht. Stattdessen wird immer deutlicher, wie weit Vertreter des Distanzsports und damit der Scheich-Interessen bereits in den Weltverband eingedrungen, wie verfilzt die Kontrollgremien und wie durchlässig die Grenzen der seriösen Verbandsführung geworden sind. Die 39 Jahre alte Haya selbst, die 2006 mit einem hohen Integritäts-Anspruch angetreten ist, sitzt inzwischen in einem Netz von Interessenkonflikten. Als FEI-Präsidentin muss sie dafür sorgen, dass die alarmierenden Doping- und Verletzungsprobleme im Distanzsport gelöst werden. Als eine von Maktoums Ehefrauen muss sie sich eigentlich aus allen diesbezüglichen Prozessen heraushalten. Gleichzeitig hat der 64 Jahre alte Maktoum sie persönlich beauftragt, die Vorkommnisse in seinem Pferde-Konzern zu untersuchen.
Evi Simeoni





