Pannen 2014: #statin : Platzpatrone mit Medizin-Statistik

Cholesterinsenker werden in einigen Ländern schon zur Prävention empfohlen. Ein Epidemiologe wollte da nicht zusehen, und wurde mit einer achtlos recherchierten, falschen Nebenwirkungsrate berühmt. Als man es merkte, wurde nochmal getrickst.
Der Grad an Fehlerfreiheit, der von den Rittern der Evidenz stets eingefordert wird, erweist sich auch für sie als eine gelegentlich durchaus harte Nuss. Fiona Godlee, Chefredakteurin des „British Medical Journal“, musste im Mai eine peinliche Panne bei der Begutachtung eines Papers einräumen und erklären, warum die Beseitigung des Fiaskos fast ein dreiviertel Jahr dauerte. Ausgangspunkt waren Arbeiten von John Abramson von der Harvard Medical School. Er hatte Zahlen über Nebenwirkungen nach der Einnahme von Statinen zur Infarkt- und Schlaganfallprävention vorgelegt. Die Mittel, die den Cholesterinspiegel senken sollen, führen demnach nicht bei fünf bis zehn Prozent der Pillenschlucker - und damit kaum öfter als Placebos - zu Nebenwirkungen, wie das in vielen randomisierten kontrollierten Studien zuvor gezeigt worden war.





