Die große Leere
Er hat ja immer gesagt, dass es im Zweifelsfall ganz schnell gehen kann. Wenn er spürt, dass die innere Flamme erloschen ist.
Er hat ja immer gesagt, dass es im Zweifelsfall ganz schnell gehen kann. Wenn er spürt, dass die innere Flamme erloschen ist. Aber dass Michael Greis nach nur einem Weltcup-Rennen das Kleinkalibergewehr für immer in den Schnee werfen würde, das hat man dann doch nicht erwartet. Weil der schlimmste Teil des Biathlon-Jahres eigentlich hinter ihm lag - die Qualen der Vorbereitung. Wenn einer schon zurücktritt, dann normalerweise doch am Ende einer Saison und nicht am Anfang. Und jetzt genügt dieses eine Rennen (Platz 67) beim Saisonauftakt in Östersund, um ihm ganz plötzlich die Augen zu öffnen, ihm zu zeigen, dass es nun vorbei ist mit der Biathlon-Karriere? Schon in der ersten Runde, schreibt Greis in seinem Blog, habe er etwas ganz Entscheidendes vermisst: „Es war nichts mehr von dem Kampfgeist und dem Biss in mir vorhanden, der mich jahrelang als Leistungssportler ausgezeichnet und erfolgreich gemacht hat. Ich hab nur noch eine Leere in mir gespürt, und mir wurde klar, das hier wird mein letztes Rennen sein. Ich wusste, dass ich auf der Zielgeraden meiner Karriere angekommen bin.“ Jetzt macht der dreifache Olympiasieger von Turin Schluss. Was, vom Zeitpunkt abgesehen, durchaus nachvollziehbar ist.





