Der gefallene Riese soll sich aufrichten

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Am Freitag hat das Unternehmen Mitteldeutsche Braunkohlen AG (Mibrag) versucht, den verunglückten Schaufelradbagger wieder aufzurichten.

Am Freitag hat das Unternehmen Mitteldeutsche Braunkohlen AG (Mibrag) versucht, den verunglückten Schaufelradbagger wieder aufzurichten. Der 950 Tonnen schwere Koloss war Ende August 2012 im Tagebau Vereinigtes Schleenhain (Sachsen) abgerutscht, als große Erdmassen in Bewegung kamen und eine Böschung abbrach. Der Bagger geriet in eine Schieflage von 49 Grad. Verletzt wurde damals niemand. Nach Angaben von Mibrag-Technik-Chef Horst Schmidt waren rund zwei Wochen Vorbereitungszeit nötig, bis ein Spezialunternehmen am Dienstag mit der Sicherung des Tagebau-Riesen über ein Seilspannsystem beginnen konnte. Vier Seilspannvorrichtungen hielten den Bagger in sicherer Position. Am Freitag wurde die Kohle darunter weggegraben, so dass der Bagger dann abgesenkt und auf einen vorbereiteten Reparaturplatz gebracht werden kann. „Wegen der besonderen Umstände ist das schon eine interessante Aufgabe“, sagte der Projektleiter von Mammoet Deutschland, Andreas Hamel. Das weltumspannend tätige Unternehmen ist Spezialist für das Heben und Bewegen schwerer Lasten. Schon einmal hatte die Mibrag auf die Fachleute zurückgegriffen, als der Braunkohleförderer in einer spektakulären Aktion die Emmauskirche des Ortes Heuerdorf nach Borna transportieren ließ. Dort erinnert die kleine Kirche heute an das Dorf Heuersdorf, das der Braunkohle weichen musste. Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain beliefert das benachbarte Kraftwerk Lippendorf mit Braunkohle. Jährlich bis zu elf Millionen Tonnen werden hier aus der Erde geholt. Die Versorgung des Kraftwerkes war trotz des Unglücks nicht in Gefahr. Die Kohleförderung übernahm ein Reservegerät. Ein solcher Bagger kann pro Stunde 1500 bis 2000 Tonnen Rohbraunkohle ausgraben. „Damit könnte Lippendorf etwa eine Stunde lang gefahren werden“, sagt Horst Schmidt. Über die Höhe des entstandenen Schadens könne er noch keine Angaben machen. „Bislang durfte niemand das Gerät betreten.“ Auch über die Ursache gebe es noch keine Klarheit. „Fakt ist, der Berg hat sich bewegt.“ Warum, das untersuchten derzeit noch Sachverständige. Schon im Oktober war ein ebenfalls abgerutschtes Großgerät - ein Bandwagen - geborgen worden. (dpa)

FAZ

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