Banker verschönern Volksbühne

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Eigentlich war der Cantate-Saal schon zum Abbruch freigegeben. Eigentlich. Doch seit Samstag erstrahlt er erst einmal in neuem, rotem Glanz.

Eigentlich war der Cantate-Saal schon zum Abbruch freigegeben. Eigentlich. Doch seit Samstag erstrahlt er erst einmal in neuem, rotem Glanz. Knapp 30 Mitarbeiter der BHF-Bank haben auf Initiative von Stefan Mumme, Geschäftsführer der BHF-Bank-Stiftung, zwei Tage lang gepinselt. Unter der Aufsicht von Malermeister Carsten Mensinger und zweien seiner Mitarbeiter verpassten die Banker der ehemaligen Spielstätte des Volkstheaters Liesel Christ einen neuen Anstrich. Sie malten die Wände im Saal, im Foyer, im Bühnenrückraum, im Studio und in der Hofeinfahrt an. Matthias Pilger, der die Anstreichaktion koordiniert hat, zeigte sich froh, dass so viele seiner Kollegen geholfen haben. „Das war eine tolle Initiative von der Bank“, findet auch Michael Quast, der mit seiner Fliegenden Volksbühne im Cantate-Saal eine vorübergehende Bleibe gefunden hat. Bis zur Eröffnung am 2. Oktober bleibt aber noch viel zu tun. Der Cantate-Saal ist zwar ein funktionstüchtiges Theater, und die Brandschutzbedingungen sind auch erfüllt. Größte Sorgen bereiten Quast aber weiterhin das fehlende Geld und die fehlende Planungssicherheit. „Seit Juli bereiten wir die neue Spielzeit vor, das ist atemberaubend kurz“, sagt Quast. Er und seine vier Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck. „Ohne die private Förderung und Unterstützung wie heute beim Streichen ginge das alles aber nicht.“ Immerhin soll die Volksbühne von Januar 2014 an gut 300 000 Euro erhalten, die, so glaubt Quast, bis zum Spielzeit-Ende im Mai reichen werden. Im laufenden Jahr aber gibt es keine Subvention von der Stadt. „So können wir nicht weitermachen“, stellt Quast klar. Immerhin gab die BHF der Volksbühne nun die bitter nötige Starthilfe. Maler Mensinger hätte für das Streichen des Saals etwa 15 000 Euro veranschlagt - Geld, das Quast nicht hat. Die ehrenamtlichen Helfer waren sogar schneller als die Profis. „Normalerweise machen wir so etwas in einer Woche“, sagt Mensinger. Die Banker schafften es in zwei Tagen. „Jetzt müssen wir nur schauen, dass wir das Haus auch vollkriegen“, sagt Quast. (mija.)

FAZ

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