75 Jahre Perlon
In der Nachkriegszeit galt das Material in der Damenwelt als purer Luxus. Perlonstrümpfe als Ersatz für echte Seidenstrümpfe waren die Antwort auf die Nylons ...
In der Nachkriegszeit galt das Material in der Damenwelt als purer Luxus. Perlonstrümpfe als Ersatz für echte Seidenstrümpfe waren die Antwort auf die Nylons des Chemiekonzerns DuPont. Entdeckt hatte die widerstandsfähige Chemiefaser, aus der die Strümpfe gestrickt wurden, der seinerzeit für die I.G.-Farben arbeitende Chemiker Paul Schlack.
Das geschah im Januar 1938, also vor genau 75 Jahren. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die leistungsfähigen Kunststofffäden beispielsweise in der Herstellung von Fallschirmen oder in Flugzeugreifen verwendet. Die zivile Nutzung der unter dem Namen Perlon weltbekannt gewordenen Faser etwa für die begehrten Kunstseidenstrümpfe begann erst später. Noch heute finden sich sogenannte Monofilamente in vielen technischen Geweben. Aus den Kunststoffen, deren Vermarktung auch unter den Markennamen Bayco und Atlas erfolgt, werden dicke Schiffstaue ebenso gefertigt wie feine Angelschnüre für die Sportfischerei, Weidezäune oder Aufhängungen für Austernkörbe.
Über die I.G.-Farben kam das Perlongeschäft zum Bayer-Konzern und später im Rahmen der Abspaltung des klassischen Chemiegeschäftes zur Leverkusener Lanxess AG. Die Tochtergesellschaft Perlon-Monofil mit Sitz in Dormagen produziert heute mit rund 110 Mitarbeitern im Jahr mehr als 60 Millionen Kilometer der Faser. Die jährliche Gesamtkapazität beträgt deutlich mehr als fünftausend Tonnen.
B.K.





