Digital Humanities : Eine empirische Wende für die Geisteswissenschaften?

Digitale Werkzeuge und Methoden werden immer wichtiger in den Geisteswissenschaften, sagt eine Empfehlung des Wissenschaftsrats. Läuten die Digital Humanities das Ende hermeneutischer Einzelforschung ein?
Wie ohnmächtig Forscher ohne ihre Infrastrukturen wären, ist in den Naturwissenschaften wesentlich stärker bewusst als in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Ohne den Large Hadron Collider am Cern wäre die Suche nach dem Higgs-Boson-Teilchen von Beginn an aussichtslos gewesen. Dass Sozialwissenschaftler ohne Datenbanken, Kunsthistoriker ohne Bildarchiv und Hermeneuten ohne Bibliotheken ähnlich verloren dastünden, ist erst mit der Internationalisierung der Forschungslandschaft und dem Aggregatswechsel ins Digitale richtig in den Blick geraten. Die computerisierte Verarbeitung gigantischer Datensätze ermöglicht ganz neue Ansätze. Darum ist für die Digitalisierung gewaltiger Datenmengen, eine Standardisierung und, was bisher vernachlässigt wurde, die Langzeitarchivierung und Qualitätssicherung zu sorgen.



