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Bernhard Fischer-Appelt im Interview :
„Wenn jeder Inhalt nur den nächsten vorbereitet, wird Kommunikation zur Beschäftigungstherapie“

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Bernhard Fischer-Appelt mit dem Appell: Wirksame Kommunikation braucht Klarheit, nicht mehr Frequenz.
Bernhard Fischer-Appelt mit dem Appell: Wirksame Kommunikation braucht Klarheit, nicht mehr Frequenz.Jonas Ratermann

Viele Marken produzieren viel und sagen wenig. Für Bernhard Fischer-Appelt, Owner & CEO von fischerAppelt, beginnt wirksame Kommunikation mit einer Frage: Was soll nach der Begegnung mit der Marke anders sein?

Marken veröffentlichen immer mehr Inhalte, erreichen damit aber immer weniger Aufmerksamkeit und Bindung. Warum verliert der Content an Wirkung?

Nicht die Aufmerksamkeit der Menschen schwindet, sondern die Klarheit über die Aufgabe des Contents. Viele Marken stecken in einer Hyperorganisation: Themenpläne, Plattformlogiken und Echtzeitreaktionen erzeugen Veröffentlichungsdruck, auch wenn nichts Wesentliches zu sagen ist. Der Grind simuliert Fortschritt. Wenn jeder Inhalt nur den nächsten vorbereitet, wird Kommunikation zur Beschäftigungstherapie. Wirkung entsteht nicht durch Frequenz, sondern durch Intensität, Relevanz und Klarheit. Die Leitfrage: Was sollen Menschen nach der Begegnung mit der Marke anders denken, was fühlen oder wie handeln?


Sie sprechen von der „Main Quest im Marketing“. Was ist damit konkret gemeint?

Die Main Quest ist der nächste Weg einer Marke: der spezifische Unterschied, den sie im Leben ihrer Community als Nächstes machen will. Side Quests, also Nebenaufgaben, anders zu priorisieren als die Hauptaufgabe, ist entscheidend. Sonst ersetzt Aktivität die Wirkung. Sie steht auch für die Handlungsfähigkeit: Was tun wir zuerst, was lassen wir ganz? Kennzahlen taugen am besten dann, wenn sie beantworten: Bringt uns dieser Hebel der Main Quest näher? Sonst gehören sie überprüft.


Was bedeutet das für Unternehmen, die ihre Transformation vermitteln müssen?

Transformation wird glaubwürdig, wenn Unternehmen zuerst handlungsfähig sind: Es geht dann oft nicht zuerst um das Ergebnis am Ende, sondern um den Beginn des Machens: entscheiden, priorisieren, lernen, Strukturen tatsächlich zu verändern. Gefragt ist eine Kommunikation der Plastizität: Elastische Organisationen überstehen die Krise und schnellen zurück in den alten Zustand, plastische nehmen Impulse auf und gewinnen neue Gestalt. Sie signalisiert: Das System ist nicht aus Marmor gehauen, sondern aus Ton geknetet. Weniger Veränderungsrhetorik, mehr sichtbare Belege.

Quelle: F.A.Z.

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