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Jens Katemann im Interview :
„Relevanz schlägt Reichweite, Authentizität schlägt Perfektion“

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Jens Katemann sprach über „True Volkswagen: Das Narrativ als strategischer Erfolgsfaktor moderner Markenführung“.
Jens Katemann sprach über „True Volkswagen: Das Narrativ als strategischer Erfolgsfaktor moderner Markenführung“.Jonas Ratermann

Für Jens Katemann zählt nicht die größtmögliche Reichweite, sondern eine Ansprache, die zur Plattform passt und die Community wirklich erreicht. Der Head of Global Communications bei Volkswagen im Interview.

Herr Katemann, Social Media und KI verändern, wie Menschen Marken entdecken; zugleich verlieren klassische Leitmedien an Reichweite. Sie sagen, ein einheitliches Narrativ sei dadurch wichtiger denn je. Was steckt bei Volkswagen hinter „True Volkswagen“?

Menschen informieren sich zwar nach wie vor über klassische Medien, aber heutzutage primär über Social Media, Creator, Plattformen und zunehmend KI-Systeme. Diese Vielfalt birgt die Gefahr, dass eine Markenbotschaft stark verwässert. Deswegen ist ein klar verständliches Marken-Narrativ extrem wichtig.

„True Volkswagen“ bündelt die Kernwerte der Marke: klares Design, Qualität, innovative Technologien, vertraute Modellnamen und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur IAA 2025 entwickelt, hat es bislang messbar erfolgreich die Klammer für sechs Produktlaunches gebildet. Es verbindet unsere Kundenversprechen – zugängliche Innovation, begeisternde Nutzererlebnisse und nachhaltigen Fortschritt. Wir wollen Elektromobilität verständlich und für viele erreichbar machen, ohne die traditionellen Stärken von Volkswagen aufzugeben. Zugleich werden KI-Systeme zu Verstärkern der Markenwahrnehmung; das beeinflusst auch die Aufbereitung unserer Inhalte.


Mit den neuen ID-Modellen haben Sie in diesem Jahr vier Weltpremieren in wenigen Monaten unter das Narrativ gestellt. Welche Botschaften bleiben gleich, welche unterscheiden sich je nach Modell?

Die gemeinsame Klammer aller Modelle ist „True Volkswagen“. Jedes Fahrzeug soll die bekannten Stärken der Marke transportieren. Gleichzeitig besitzt jedes Modell eine eigene Identität und eigene, relevante Produktgeschichte. Beim ID.3 Neo standen beispielsweise Reichweite, Ladegeschwindigkeit und eine verbesserte Ergonomie im Mittelpunkt. Der ID. Polo wurde über seine Vielseitigkeit, den vertrauten Namen und sein großzügiges Raumangebot positioniert. Beim ID. Polo GTI lag der Fokus auf dem ersten elektrischen GTI, Fahrleistung und Sportlichkeit. Unser Ansatz lautet daher: Jedes Modell erhält seinen eigenen Raum und seine eigene Geschichte. Das übergeordnete Narrativ sorgt jedoch dafür, dass die Einzelaktivitäten als Teil eines gemeinsamen Markenbildes wahrgenommen werden. Genau das spiegelt sich auch in unseren Analysen wider: 84 Prozent der medialen Wirkung nehmen Bezug auf die „True Volkswagen“-Philosophie.


Ihre Daten zeigen: Volkswagens eigene Social-Media-Kanäle sind inzwischen die wichtigste Informationsquelle für die neuen ID-Modelle. Was machen Sie anders?

Wir betrachten Social Media nicht als Werbefläche, sondern als Kommunikationskanal. Deshalb setzen wir auf PR-getriebenes Storytelling. Unsere Inhalte sollen informieren, unterhalten und kulturell relevant sein. Sie entstehen in Formaten, die zur jeweiligen Plattform passen, und werden dort erzählt, wo sich die Communities tatsächlich bewegen. Ein gutes Beispiel war die Kommunikation rund um den ID. Polo GTI beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Wir haben die Geschichte direkt aus dem Renngeschehen erzählt mit Inhalten, die nah am Erlebnis waren. Eine Befragung drei Tage später zeigte, dass die eigenen Volkswagen-Social-Media-Kanäle mit 35 Prozent die wichtigste Informationsquelle zum Modell waren, noch vor Onlinenews und der Volkswagen-Website. Unsere wichtigste Erkenntnis: Relevanz schlägt Reichweite, Authentizität schlägt Perfektion, und eine gute Story schlägt reine Produktargumente. Genau diese Prinzipien machen Social Media heute zu einem zentralen Baustein moderner Markenkommunikation.

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