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Killerviren auf dem Vormarsch? : Der Teufel ist ein Eichhörnchen

  • -Aktualisiert am

Exotische Bunt- und Schönhörnchen können Bornaviren auf Menschen übertragen. Und es gibt noch andere Infektionswege. Bild: © Biosphoto / FOTOFINDER.COM

Apathische Pferde machten das Bornavirus bekannt. Man vermutete gar eine Ursache für Depressionen beim Menschen. Dann starben drei Tierzüchter. Und jetzt gelten die seltsamen Erreger als gefährliche Killer.

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          Müdigkeit und Kopfschmerzen machten ihm zu schaffen. Sein Gang wurde unsicher, und als dann auch noch Bewusstseinsstörungen auftraten, ließ sich der 72-Jährige ins Krankenhaus einweisen. Es war offenbar ernst. Zwei Freunde, Tierzüchter in Sachsen-Anhalt wie er selbst, waren in den Jahren 2011 und 2013 erkrankt und innerhalb weniger Monate verstorben. Wie sie erlag schließlich auch er einer Hirnentzündung, verursacht von Erregern, die daraufhin erstmals als gefährliche Killer überführt wurden: Bornaviren.

          Es handelt sich um eine der bedrohlichsten viralen Zoonosen hierzulande, eine Viruserkrankung, die vom Tier auf den Menschen überspringen kann. Den drei Züchtern wurde offenbar die Nähe zu exotischen Schön- beziehungsweise Bunthörnchen zum Verhängnis. Aber in Deutschland existieren verwandte Erreger auch in einheimischen Wirtstieren. Auf dem zweiten Internationalen Symposium zur „Persistenz von RNA-Viren“ wurden an diesem Wochenende in Freiburg neue Fälle diskutiert. Acht weitere Infektionen sind inzwischen bekanntgeworden, davon waren sechs tödlich. „Die Infektionen sind sehr selten“, sagt Martin Beer, der Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems, „aber für Betroffene verlaufen sie dramatisch.“

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