FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Unruhen in Sri Lanka :
Verraten – und von Peking verkauft

Christoph Hein
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Unruhige Zeiten: eine Wirtschaftskrise mit entsprechenden politischen Folgen droht nicht nur Sri Lanka.
Unruhige Zeiten: eine Wirtschaftskrise mit entsprechenden politischen Folgen droht nicht nur Sri Lanka.AP

Ein Familienclan hat Sri Lanka ausgebeutet. Peking hat dabei geholfen, hält sich aber nun zurück, als das Land in eine tiefe wirtschaftliche Krise schlittert. Der Zusammenbruch bietet viele Lehren – für Generäle und Clanchefs.

Ein Vakuum kann vergeudete Zeit bedeuten. Es bietet aber auch Raum zum Reflektieren. In Sri Lanka wurde viel Zeit verloren, denn immer mehr Menschen haben Hunger und brauchen Medizin. Und doch bietet der Zusammenbruch der Volkswirtschaft einer der ältesten Demokratien Asiens eine Chance, ist er doch Katastrophe, aber eben auch lautstarke Mahnung: Machthaber in Afrika, Asien und Südamerika nehmen das Vertreiben der Familienregierung der Rajapaksas deutlich wahr. Sie beobachten, dass der Geldgeber Peking Sri Lanka im Augenblick der extremen Not nicht herauspaukt. Und schließlich treibt die Kernschmelze der Insel Politikern in Entwicklungs- und Schwellenländern den Angstschweiß auf die Stirn, weil sie alle Antworten auf steigende Leitzinsen, den hohen Dollarkurs und die eigene Verschuldung brauchen.

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