Zu klein : Am Hauptstadtflughafen wird jetzt improvisiert

Lange wurde vor Größenwahn gewarnt. Nun ist der Hauptstadtflughafen zu klein. Mehdorn muss improvisieren und plant schon Anbauten. Dem Architekten gefällt das gar nicht.
Der Wind fuhr wild durch das weiße Haar des Architekten, doch seine Laune war prächtig. „Wir haben es hier mit einer Puppenstube zu tun, und wir ziehen um in einen großen Palast“, schwärmte Meinhard von Gerkan, den überlasteten Berliner Flughafen Tegel im Rücken. Das war im Juni 2011, in Erwartung des baldigen Umzugs zum neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld, den Gerkans Büro entworfen hat. Daraus wurde und wird erstmal nichts, und wenn Gerkan eines Tages wirklich mal vor seinem „Palast“ landet, wird er vielleicht seinen Augen nicht trauen: Seinem Terminal will Hartmut Mehdorn Anbauten, Interimsbauten und allerlei Provisorien zur Seite stellen. Der Flughafenchef muss die alten Pläne über den Haufen werfen – denn inzwischen überholt die Wirklichkeit den „modernsten Flughafen Europas“. So haben ihn die Betreiber einst beworben.





