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Neue Offerte aus Österreich : Übernahmepoker um Osram geht in die nächste Runde

  • Aktualisiert am

Der Hauptsitz der Osram GmbH in München. Bild: EPA

Abermals bietet der österreichische Sensorenhersteller AMS 38,50 Euro je Aktie des Lichtkonzerns Osram. Drei Wochen zuvor hatten die Österreicher bereits dasselbe Angebot gemacht – und wieder zurückgezogen.

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          Im Übernahmepoker um den Lichttechnikkonzern Osram gibt es eine Wendung: Die österreichische AMS, ein Hersteller von Sensoren, unterbreitet demnach abermals einen Vorschlag für ein Übernahmeangebot von 38,50 Euro je Aktie, also rund 4,3 Milliarden Euro, um aus den fusionierten Unternehmen einen global „führenden Anbieter von Sensorlösungen und Photonik“ zu schaffen, wie das Unternehmen am späten Sonntagabend in einer Pflichtmitteilung ankündigte.

          Schon vor rund drei Wochen hatten die Österreicher mit einer angedeuteten Offerte den Übernahmeprozess zu stören versucht, indem sie eine Offerte von ebenfalls von 38,50 Euro angekündigt hatten. Das Angebot wurde damals allerdings schnell zurückgezogen und galt mit Blick auf die Finanzierung zudem als wenig glaubwürdig. Damals hieß es zur Begründung, AMS sehe nach einer Evaluierung „keine ausreichende Basis“ für eine Fortsetzung der Gespräche.

          Wie nun aus der Pflichtmitteilung von Sonntag hervorgeht, überböte AMS mit dem Angebot von 38,50 Euro je Aktie die vorliegende, mit dem Osram-Vorstand abgestimmte Offerte der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle um 10 Prozent. Ein Sprecher von Bain Capital und Carlyle wollte sich zu der Konkurrenzofferte zunächst nicht äußern. Ein Osram-Sprecher sagte am späten Sonntagabend: „Wir haben die Ankündigung zur Kenntnis genommen, uns liegt aber noch nichts dazu vor.“ Deshalb könne der Konzern dazu zunächst nicht Stellung nehmen.

          Zu der Finanzierung gab AMS in der Mitteilung nun weitere Details bekannt: Die Österreicher bekämen nach eigenen Angaben eine Brückenfinanzierung in Höhe von 4,3 Milliarden Euro durch die Investmentbanken HSBC und UBS zugesagt, die dann zum Teil durch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung abgelöst werden soll, hieß es. AMS beabsichtige, diese Kapitalmaßnahme in einer außerordentlichen Hauptversammlung im vierten Quartal genehmigen zu lassen. Das Angebot würde unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmeschwelle von 70 Prozent der Aktionäre stehen. AMS erwartet, die Transaktion im ersten Halbjahr kommenden Jahres abzuschließen.

          Das dürfte die Investoren interessieren. Erst am vergangenen Donnerstag hatte die Börse heftig auf die Nachricht reagiert, dass Allianz Global Investors (AGI) als größter Einzelaktionär des Lichttechnikkonzerns die Übernahmeofferte von 35 Euro je Aktie der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle als zu niedrig ablehnt. Der zum Allianz-Konzern gehörende institutionelle Investor hatte am vergangenen Mittwochabend bekanntgegeben, er sei „derzeit entgegen der Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat der Osram nicht bereit, das Angebot anzunehmen“. AGI hält ein Paket von 9,4 Prozent und ist seit der Börsenpremiere von Osram im Juli 2013 wichtiger Anteilseigner gewesen. Das freiwillige Übernahmeangebot von Bain Capital und Carlyle, das Osram mit einem Eigenkapital von 3,4 Milliarden Euro bewertet, startete am 22. Juli und läuft bis zum 5. September.

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