Vodafone und 1&1 : Unverhoffte Allianz
Im Funkturmausbau für das 5-G-Netz sind Vodafone und 1&1 zerstritten. Nun bekommen die Kunden des einen trotzdem Zugang zum Netz des anderen. Und das Nachsehen hat ein Dritter.
Aus Streithähnen werden Partner: Die Mobilfunkunternehmen 1&1 und Vodafone haben einen Vertrag über den Abschluss von sogenanntem „National Roaming“ unterzeichnet. Damit gewährt Vodafone gegen einen Mietpreis auch Kunden von 1&1 Zugang zu dem hauseigenen 5-G-Netz. Von spätestens Oktober 2024 an soll der Vertrag laufen, und zwar für mindestens fünf Jahre, mit einer anschließenden Verlängerungsoption. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil 1&1 und sein Rivale Vodafone in Fragen des 5-G-Ausbaus zerstritten sind. Ralph Dommermuth, Gründer und Chef von United Internet, der Muttergesellschaft von 1&1, will nämlich ein eigenes 5-G-Netz aufbauen und damit den drei etablierten Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland noch mehr Konkurrenz machen. Doch verläuft der Ausbau der Funkmasten schleppend, weshalb 1&1 seinem Vertragspartner, der Funkturmgesellschaft Vantage Towers vorwirft, sie beim Ausbau zu behindern. Vantage wiederum gehört mehrheitlich Vodafone. Das Bundeskartellamt untersucht die Missbrauchsvorwürfe, während Vodafone bestreitet, auf den Ausbau Einfluss genommen zu haben.
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