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Allianz und Co. : Die Versicherungswirtschaft ist glimpflich durch Corona gekommen

So viele Monate schon müssen Gastronomen auf Geschäft verzichten. Doch Versicherer lindern die Not nur teilweise. Bild: dpa

Versicherer haben die Pandemie stark gespürt. Vor allem im Vertrieb mussten sich Allianz, Huk-Coburg und Co. umstellen. Das hat in der Lebensversicherung eine Umsatz-Delle gebracht. Die Branche glaubt aber, dass sie vorübergeht.

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          Die deutschen Versicherer sind glimpflich durch die erste Phase der Corona-Pandemie hindurchgekommen. Obwohl es durchaus kritische Themen wie die juristischen Auseinandersetzungen um die Betriebsschließungsversicherung, den staatlichen Schutzschirm für Warenlieferanten mit Hilfe der Kreditversicherer oder die Prämienhöhe in der Autoversicherung gab, ist es geschäftlich kaum zu Beeinträchtigungen gekommen. Die Beitragseinnahmen legten in den drei Hauptsparten Lebens-, Schaden-Unfall- und Krankenversicherung um 1,2 Prozent auf 220,1 Milliarden Euro zu, obwohl durch die Ausgangsbeschränkungen vor allem der Vertrieb vor große Herausforderungen gestellt wurde. Doch vielen Vermittlern ist die Umstellung auf eine digitale Kundenberatung gelungen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Am stärksten machte sich diese Veränderung in der Lebensversicherung bemerkbar. Hier stiegen die Beitragseinnahmen nach einem enormen Zuwachs im Vorjahr nur noch um 0,4 Prozent. Doch die Branche ist zuversichtlich, dass viele Verbraucher während der Pandemie zusätzliche Ersparnisse anhäufen konnten, für die sie eine Verwendung suchen, sobald die Pandemie abgeklungen ist. „Die Branche blickt mit vorsichtigem Optimismus nach vorn, wir erwarten einen Zuwachs von 2 Prozent in diesem Jahr“, sagte Wolfgang Weiler, Präsident des Branchenverbands GDV in einer Online-Pressekonferenz. In der Lebensversicherung erwartet er die angedeuteten Nachholeffekte.

          In der Schaden-Unfallversicherung war 2020 ein vergleichsweise (Schaden-)Ereignis-armes Jahr. Es kam zu wenigen Naturkatastrophen, die sich in den Bilanzen bemerkbar gemacht hätten. Und Corona selbst machte sich kaum bemerkbar. Denn die Auszahlungen in der sehr kleinen Untersparte Betriebsschließungsversicherung waren mit 900 Millionen Euro überschaubar. Stärker fiel ins Gewicht, dass in der sehr großen Autoversicherungssparte die geringere Mobilität während der ersten Corona-Welle zum Teil in geringere Unfallzahlen mündeten.

          Der GDV stellte Forderungen in verschiedenen Politikfeldern: In der staatlich geförderten Altersvorsorge lässt ein Gesetzentwurf zu einer Riester-Reform weiter auf sich warten. Diese Reform hatte die schwarz-rote Regierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. „Bleibt sie wegen Corona auf der Strecke, droht ein Kollateralschaden“, warnte Weiler. Denn viele junge Leute verlören dann Zeit, ein Altersvermögen aufzubauen. Überdies kritisierte er den Vorschlag der europäischen Finanzaufsicht, wie viel Kapital für Infrastrukturinvestitionen vorgehalten werden muss. Die Anforderungen seien so hoch, dass die Versicherer sich am „Green Deal“ der EU nicht in dem Maß beteiligen, wie sie wirtschaftlich könnten.

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