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Verhandlungen über Übernahme : Bayerischer Autozulieferer bald chinesisch?

  • Aktualisiert am

Das Logo der Grammer AG, aufgenommen vor der Konzernzentrale in Amberg. Bild: dpa

Es könnte die nächste chinesische Übernahme eines deutschen Mittelständlers werden: Der Autozulieferer Grammer verhandelt mit einem chinesischen Großaktionär.

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          Der Autozulieferer Grammer aus Amberg in der Oberpfalz steht womöglich kurz vor einer Übernahme durch einen chinesischen Investor. Das Unternehmen bestätigte am frühen Dienstagmorgen fortgeschrittene Verhandlungen mit verbundenen Unternehmen des Großaktionärs Ningbo Jifeng, die zu einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Grammer AG führen könnten.

          Der chinesische Konzern habe dabei einen Preis von 60 Euro plus der vorgeschlagenen Dividende von 1,25 Euro in Aussicht gestellt. Grammer würde damit mit knapp 772 Millionen Euro bewertet. An der Börse kostete die im SDax notierte Aktie zuletzt 51,30 Euro. 

          „Es ist derzeit noch nicht abzusehen, ob die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können und ein Übernahmeangebot erfolgen wird“, teilte das Unternehmen mit. „Die Grammer AG prüft im besten Unternehmensinteresse strategische Handlungsoptionen und wird den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang der Verhandlungen entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren.“

          Für Sitze bekannt

          Grammer ist unter anderem bekannt für seine Sitze, die das Unternehmen nicht nur für Autos, sondern auch für Busse und Bahnen fertigt. Im Jahr 2016 erzielte die AG einen Umsatz von knapp 1,7 Milliarden Euro.

          Ningbo Jifeng hält bereits etwas mehr als ein Viertel der Grammer-Aktien und müsste also jetzt noch mal rund 578 Millionen Euro auf den Tisch legen, um das Unternehmen komplett zu übernehmen. Das bayerische Unternehmen hatte die Chinesen Anfang 2017 im Kampf gegen eine mögliche Übernahme durch die umstrittene bosnische Investorenfamilie Hastor an Bord geholt.

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