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Nestlé und Starbucks : Kaffee aus Kinderhand

Die Kaffeeplantagen in Guatemala haben auch Nestlé-Marke Nespresso beliefert. Bild: Bloomberg

Der britische Fernsehsender Channel 4 berichtet über Kinderarbeit auf zertifizierten Kaffeeplantagen in Guatemala. Abnehmer seien auch Nestlé und Starbucks – welche sich nun in Erklärungsnot sehen.

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          Es ist eine heile Welt, in der George Clooney seinen Kaffee schlürft. Seit 14 Jahren wirbt der amerikanische Schauspieler für Nespresso. Mit den zahllosen Spots, die in dieser Zeit rund um den Globus ausgestrahlt wurden, ist Clooney zum Gesicht dieser teuren Espresso-Kapsel geworden, die den Portionskaffe in die Welt brachte und dem Mutterhaus Nestlé bis heute eine prächtige Rendite beschert. Doch nun hängt ein Schatten über dieser für beide Seiten lukrativen Verbindung.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Nach einem Bericht des britischen Fernsehsenders Channel 4 ist es auf Kaffeeplantagen in Guatemala, die auch Nespresso mit Bohnen beliefern, zu Kinderarbeit gekommen. In dem Filmbeitrag werden 12 und 13 Jahre alte Jungs gezeigt, die Kaffeebohnen pflücken und Kaffeesäcke schleppen. Sie tun dies angeblich auf Plantagen, die von der Rainforest Alliance zertifiziert worden sind. Folglich dürften dort solche Missstände nicht vorkommen. Ein Bauer wird mit den Worten zitiert, dass die Kontrolleure von Nespresso nur einmal im Jahr vorbeikämen. Jene von Starbucks, das in dem am Montagabend ausgestrahlten Film ebenfalls als Abnehmer dieser Plantagen genannt wird, schauten nur alle zwei bis vier Jahre vorbei.

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