Italiens Bankenschlacht : Außenseiter MPS greift sich Investmentbank Mediobanca

Die staatlich gerettete Monte dei Paschi di Siena, älteste Bank der Welt, ergattert die Mehrheit an Mediobanca. Der Bankmanager Luigi Lovaglio bringt damit seinen Gegenspieler Alberto Nagel zu Fall. Ein großes Wagnis.
Seine 70 Jahre sieht man ihm nicht an: Luigi Lovaglio wirkt drahtig und energisch, unterstrichen durch seine Turnschuhähnlichen Treter mit weißen Sohlen, die er gelegentlich zum Anzug trägt. Vor Kurzem kannten ihn in Italien nur einige Eingeweihte, doch jetzt ist zu einem Dreh- und Angelpunkt der italienischen Bankenszene aufgestiegen ist. Lovaglio hat nicht nur die älteste Bank der Welt, Monte dei Paschi di Siena (MPS), auf feste Beine gestellt, ihm ist nun ein Coup gelungen, den viele bis zuletzt für unmöglich hielten: Die Übernahme von Mediobanca, der wichtigsten Investmentbank Italiens, die lange Zeit eine Schaltzentrale der norditalienischen Wirtschaft war. 62 Prozent der Mediobanca-Aktionäre haben dem Umtauschangebot von MPS zugestimmt, das die Bank aus Siena zuletzt mit einem Baranteil von rund 750 Millionen Euro auf einen Gesamtwert von gut 13 Milliarden Euro angereichert hat. Das gab MPS am Montagabend bekannt. Die Umtauschfrist gilt eine weitere Woche, doch die Schlacht ist entschieden.
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